Einheit ist der Kernbegriff der Spiritualität von Chiara Lubich (1920–2008) und der von ihr angestoßenen Fokolar-Bewegung, die als eine der neuen geistlichen Aufbrüche des 20. Jahrhunderts gilt. Das zentrale Anliegen der Bewegung besteht darin, Menschen in allen Lebensbereichen zu einer dem Evangelium entsprechenden Liebe zu motivieren. Wo diese Liebe erwidert und damit gegenseitig wird, öffnet sich der Raum für die Gegenwart des Auferstandenen unter den Menschen. Und wo er in ihrer Mitte ist, da sind sie eins in ihm.
Wo immer im menschlichen Miteinander von Einheit die Rede ist, stellt sich jedoch unmittelbar die Frage nach der Unterscheidung, der Eigenständigkeit, der Individualität, der diese Publikation nachgehen will. Wo bleibt in der Erfahrung des Eins-Werdens der Einzelne, das unverwechselbare Individuum? Wie gehen Einheit und Eigenständigkeit zusammen? Welche Antworten auf diese Fragen finden sich in den mystischen Gründungstexten von Chiara Lubich? Wie relevant sind diese Einsichten für eine christliche Bewegung am Übergang von der charismatischen Gründerzeit zur Nachgründerzeit?
Die unter dem Begriff „Paradies ʼ49“ bekannten Texte von Chiara Lubich theologisch erschlossen
Joachim Schwind
JOACHIM SCHWIND, geb. 1961, Studium der katholischen Theologie in München (Diplom-Theologe) und Ausbildung in der katholischen Journalistenschule IFP, Tätigkeit als Redakteur, Chefredakteur und Geschäftsführer im Verlag Neue Stadt. 2014 Priesterweihe. Seit 2021 gewählter Berater am Internationalen Zentrum der Fokolar-Bewegung in Rom. 2025 Promotion zum Dr. theol. an der Universität Innsbruck mit der vorliegenden Arbeit.
Dreifaltigkeit Trinität Perichorese Dialog Communio Gemeinschaft Fundamentaltheologie Mystik. Frauenmystik Fokolar-Bewegung Paradies 49 Miteinander für Europa