Belgrad, 1995: Marko, seine Schwester Vanja und Kasandra aus der Roma-Siedlung leben im „riesigen psychowirtschaftlichen Desaster“ der 90er-Jahre – einem Teufelskreis aus Armut, Gewalt, Inflation, Drogen und neuen Technologien. Doch gibt es in diesem genialen Roman auch Gangs und Dealer, einen verrückten Wissenschaftler und eine Zeitmaschine, eine Balkan-Pop-Ikone und schrägen Sex, es gibt Bombardements und Zerstörung, aber auch Musik und Freundschaft. Und als die drei Jugendlichen in das Kriegsjahr 1999 katapultiert werden, begreifen sie, dass sie ihre Stadt aus den verheerenden 90ern befreien müssen. In einer rasanten Verfolgungsjagd versuchen sie, den Schlüssel zur Zeitschleife zu finden und Geschichte neu zu schreiben.
DIE VERSCHISSENE ZEIT als Rollenspiel
Wenn Barbi Marković ein Buch schreibt, begnügt sie sich nie damit, einfach nur ein Buch zu schreiben: Immer ist es zugleich ein unglaublich aufregendes Experiment, aus dem wir verändert und staunend hervorgehen. In der „verschissenen Zeit” lädt sie uns nicht nur als Leser*innen ein, mit Marko, Vanja und Kassandra durch das Belgrad der Neunziger Jahre zu streunen, sie fordert uns auch auf, die Geschichte mit ihr neu zu schreiben.
Dieser Roman ist ein Rollenspiel, in dem die Autorin zur Spielleiterin wird und die unerbittliche Stadt ihrer Kindheit und Jugend zum Spielbrett. In der „verschissenen Zeit“ erfindet Barbi Marković den Roman als magischen Würfel, als Maschine, die stets aufs Neue verrückte Abenteuer erzeugt, als gemeinsame Expedition in die Tiefen der kollektiven Erinnerung.
Gratis download des Spielmaterials
Barbi Marković
Barbi Marković, geboren 1980 in Belgrad, studierte Germanistik, lebt seit 2006 in Wien. 2009 machte Marković mit dem Thomas-Bernhard-Remix-Roman „Ausgehen“ Furore. 2016 erschien der Roman „Superheldinnen“, für den sie den Literaturpreis Alpha, den Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises sowie 2019 den Priessnitz-Preis erhielt. 2017 las Barbi Marković beim Bachmann-Preis. 2023 erhielt Barbi Marković den Kunstpreis Berlin für Literatur. 2024 erhielt Barbi Marković für „Minihorror" den Preis der Leipziger Buchmesse und den Carl-Amery-Literaturpreis für ihr literarisches Werk. Zuletzt im Residenz Verlag erschienen: „Die verschissene Zeit“ (2021) und „Minihorror" (2023).
90er Belgrad Zeitreise Zurück in die Zukunft Poproman Post Jugoslawien Coming of Age Armut Sozialbau
„Und das ist der Punkt, an dem man Barbi Marković nicht genug rühmen kann: Sie schafft den literarischen Zaubertrick, von der Dämmerung unserer Zeit zu berichten, während wir noch geblendet sind. Es geht ihr nicht um Harmonie, um Versöhnung, um Ästhetik. […] Es geht ihr um die Widersprüche, die Konflikte, den Dissens.“
– Jurybegründung für den Kunstpreis Berlin 2023
„Das Leben ist wie ein unauffälliges Monster, heißt es einmal im Roman. Dieser Text ist auch ein überaus gelungener, wild-poetischer Versuch, dieses Monster zu bändigen.“
– Katja Gasser, ORF ZIB
„Sie hat ein total irres und auch tolles Buch geschrieben […] über die Balkankriege und – jetzt kommt’s – über Zeitreisen innerhalb der 1990er.“
– WDR
„Unappetitlich der Titel, völlig crazy der Inhalt!“
– GRAZIA
„Es ist ohne Übertreibung überwältigend, was Barbi Marković […] gelingt.“
– Cornelia Wolter, FRANKFURTER NEUE PRESSE
„Ein wirklich fantastisches Buch.“
– Clemens Setz, FALTER
„Ein Buch, in dem Geschichte neu geschrieben wird.“
– David Samhaber, 1000 THINGS VIENNA
„In der ‚Verschissenen Zeit‘ haut uns Barbi Marković eine postjugoslawische Kindheit im serbischen Hauptstadt-Randbezirk Banovo brdo um die Ohren. Das ist Punk. Das sind die ‚Allneunziger‘ […] wie man sie noch nie gelesen hat.“
– Anne Hahn, BÜCHERBOX
„Einfach irre, einfach gut.“
– Michaela Drenovaković, MISSY MAGAZINE
()