Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er nicht mehr in Moskau besuchen, da ihm dort die Verhaftung droht. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geheimnisse, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Natalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan wohnte, und die über Celans Leben und Lieben mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über Russlands Krieg gegen die Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.
Boris Schumatsky
Boris Schumatsky, geboren 1965 in Moskau, lebt seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Autor in Berlin und München. Schumatskys Essays zum politischen Geschehen erscheinen u. a. in „taz“, „ZEIT“, „NZZ“ und „SZ“. 2025 las er auf Einladung von Philipp Tingler einen Auszug aus „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“ in Klagenfurt beim Bachmann-Wettbewerb, wo er den Deutschlandfunk-Preis gewann. Boris Schumatsky stand auf der Shortlist für den „Wortmeldungen-Literaturpreis für kritische Texte 2026“. Im Residenz Verlag erschien 2016 sein politischer Essay „Der neue Untertan“ und 2026 sein Roman „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“.
Mutter-Sohn-Beziehung Familiengeschichte russisch-jüdische Identität Antisemitismus Russland Moskau Paris Literaturgeschichte Widerstand Erinnerungskultur
„Boris Schumatsky ist mit diesem Roman ein großartiges Stück Literatur gelungen.“
– Angela Gutzeit, DEUTSCHLANDFUNK
„Natürlich fließt die Seine nicht ins Schwarze Meer, doch Boris Schumatsky ist kein Geograph, er nützt die Freiheit der Literatur, um zwischen einer Welt des Grauens und einer Stadt der Poesie eine Brücke zu schlagen.“
– Andreas Pfeifer, ORF ZIB
„Schumatskys Roman wird in die Geschichte der deutschsprachigen Literatur eingehen, nicht zuletzt, weil er zu den ersten Werken gehört, die die gegenwärtigen Kriege und Kulturkämpfe mit der politischen und literarischen Vergangenheit verknüpfen.“
– Carsten Otte, WOCHEN TAZ
„… Ein großartiges, trauriges Buch über die Gewalt der Sprache mit etwas, das schweigt. Das Buch macht die Geschichte des Antisemitismus, die Erkundung des Erzählers seiner eigenen Jüdischkeit und die Bedingungen des Schreibens zu einem einzigen, tastenden Erkenntnisprozess. Und entwickelt seine eigene Poetologie, indem es sich selbst beim Schreiben zusieht.“
– Alexandru Bulucz, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
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