Dieses Buch fragt nicht warum oder weshalb ein Mensch den Freitod wählt, auch bietet es keine psychologische Hilfe und auch keine Therapie an, sondern es behandelt die Frage: Wie erklärt die Religion, der Staat, die Medizin und die Gesellschaft den Freitod. Das Buch verfolgt eine sozialgeschichtliche Perspektive.
Über zweitausend Jahre hinweg hat sich der Blick auf den Suizid grundlegend verändert. Aus einer Frage nach Ehre und Schuld wurde eine Frage nach Krankheit und Gesellschaft, aus moralischer Bewertung wurde wissenschaftliche Untersuchung, aus Verurteilung wurde zunehmend Verständnis und Hilfe.
Jede Epoche hat einen Teil der Wahrheit gesehen. Die Philosophie erinnerte an die Frage nach Sinn und Freiheit. Religion lenkte den Blick auf Verantwortung und Gemeinschaft. Medizin und Psychologie zeigten die Bedeutung von Leiden und Erkrankung.
Sozialwissenschaften machten sichtbar, dass Menschen immer in sozialen Zusammenhängen leben. Erst die Verbindung dieser Perspektiven ermöglicht ein umfassenderes Verständnis für ein allgegenwärtiges Phänomen.
Jakob Landolt
Jakob Landolt (Autor)
Eidg. Dipl. Heimleiter BIGA
Psychiatrischer Krankenpfleger HF
Suizid Tod Lebensüberdruss Freitod Depression