Im Juli 2017 bin ich in Pension gegangen. 39 Jahre Grundschule, dann war das vorbei.
Im September habe ich gemerkt, dass ich an einem Dienstagvormittag aufwache und niemand etwas von mir will. Da habe ich angefangen aufzuschreiben, wie mein erster Schultag war. Nicht für jemanden. Ich habe nur gedacht: Das weiß bald keiner mehr.
Es wurden zwei Hefte.
Darin steht die Geschichte von einem Jungen, der nicht lesen konnte und dem ich über die Brieftauben seines Vaters beigekommen bin. Von einem Schrank, der 1980 im Treppenhaus feststeckte und seitdem im Wohnzimmer steht. Von einem Winter, in dem meine Mutter jeden zweiten Tag sechs Briketts in einen fremden Keller getragen hat.
Acht Jahre lang habe ich die Hefte niemandem gezeigt.
Jetzt stehen sie hier. 35 Geschichten, dazu 35 Illustrationen. Und dazwischen, kürzer und erheblich trockener, die Fassung meiner Frau. Sie war überall dabei.
Sie erinnert sich fast immer anders.
35 Geschichten aus einem Lehrerleben zwischen 1958 und heute. Über Dinge, die niemand mehr erklären kann, weil keiner mehr da ist, der sie kennt.
Zwei Stimmen: Auf jede Geschichte folgt oft die Fassung seiner Frau. Kürzer, trockener, und sie erinnert sich fast immer anders.
Mit 35 farbigen Illustrationen. Ein Buch zum Verschenken an alle, die noch wissen, wie ein Sonntag 1958 abgelaufen ist.
Karl Lund
Karl Lund, geboren 1952 in Regensburg, war 39 Jahre lang Grundschullehrer. Sein Lieblingsfach war Deutsch.
Seit seiner Pensionierung im Jahr 2017 schreibt er auf, was ihm einfällt. Er lebt mit seiner Frau in einem Reihenhaus mit Garten. Sie sind seit über fünfzig Jahren verheiratet und haben zwei Kinder und drei Enkel.
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