Wenn wir ehrlich gegen uns selbst sind und unser Leben einmal rekapitulieren, was viele Menschen vermutlich höchstens in ihren letzten Lebensstunden machen, würden wir erkennen, dass das Leben eigentlich nur aus Zufällen bestand: Zufällige Begegnungen, zufällige Situationen.
Manchmal haben wir dem Zufall etwas "nachgeholfen", aber oft sind es wirkliche Zufälle, ohne unser Zutun.
Und von klein auf lernen wir, diese für uns zu nutzen, damit voranzukommen, für ein glückliches Leben.
Aber es kann aber auch anders kommen:
Verpassten wir einen Moment oder eine Gelegenheit, oder schlimmer, trafen auf die falsche Person oder reagierten im entscheidenden Moment so, dass sich eine fatale Spirale in Gang setzt, die alles zuvor im Leben erreichte von einem Moment auf den anderen zu Nichte macht.
Das ist möglich, das kann passieren.
Dieser Roman soll daran erinnern, dass es neben den Sonnen- auch Schattenseiten im Leben gibt, mit denen die Menschen sehr unterschiedlich umgehen, sie manchmal aber auch einfach chancenlos sind.
Egal wie gut oder schlecht wir uns durchs Leben schlagen, am Ende bleibt von uns nur ein Häuflein Staub in der Erde.
Mann mit streng konservativem Hintergrund gerät mit der heutigen Zeit und dem Rechtsstaat in Konflikt.
Zufällige Begegnung mit dem späteren Täter setzt für verschiedene Beteiligte eine kritische Spirale in Gang
Auseinandersetzung der Geschädigten mit dem Schicksal des Täters führt zu erheblichen persönlichen Konflikten
Thorsten Spanuth
Mit diesem Krimi habe ich mich, der ich bisher Romane im historischen Umfeld geschrieben habe, auf das Genre des Kriminalromans eingelassen. Anlass waren meine Schwestern, die lieber "Spannenderes" lesen, als eben meine Bücher zuvor. Tatsächlich hat es sich als deutlich schwieriger erwiesen, als ich dachte, denn dieses Lieblingsspielfeld der meisten Autoren ist, freundlich ausgedrückt, ziemlich ausgelatscht. Entsprechend ist die Erwartungshaltung der Leser hoch. Sie wollen etwas lesen, was vielleicht noch blutiger, noch fieser, noch wirrer, also kurzum, noch schräger ist, als das Buch, das sie zuvor lasen. Also, diese Story ist, wie der Name sagt, schon ziemlich schräg. Sie ist wirr und verlangt daher ein gewisses Hineinvertiefen in den Plot. Sie ist fies, weil Unschuldige Personen unverhofft Opfer werden und sie ist auch ziemlich blutig. Meine Lektorin musste mich obendrein etwas bremsen und daran erinnern, dass wir in Deutschland (glücklicherweise!) in einem Rechtsstaat mit einer demokratisch legitimierten Grundordnung leben. Soll heißen, so irre manche Personen, so schlimm deren Taten, so wirr deren Weltbild auch ist, am Ende gewinnt in diesem Land nie ein Verbrecher, auch nicht in einem Roman.
Der Autor lebt mit seiner Familie in Norddeutschland
Jagd Mord Rachsucht Klaustrophobie Norddeutschland