Sie nennen sich Demokraten. Aber sie ignorieren den Willen der Wähler. Und sie verlieren gegen den denkbar schlagbarsten Gegner. Ein Betriebsunfall? Im Gegenteil. Jörg Wimalasena zeigt, wie sich in den USA die einstige Partei der kleinen Leute dem großen Geld verschrieb und alle bekämpft, die es wagen, auch nur ein wenig Umverteilung zu fordern. Wer verstehen will, warum Amerika sich erneut für Trump entschied, muss seine Gegner verstehen.
Sie inszenieren sich als progressiver Gegenentwurf zu Donald Trump. Dabei haben die Demokraten genau jene im Stich gelassen, die sie angeblich vor ihm schützen wollen. Jörg Wimalasena, ehemaliger US-Korrespondent, hat auf seinen Reisen durch das Land beide Seiten Amerikas gesehen: die soziale Wirklichkeit an der Basis und die Zentren der Macht. Millionen US-Amerikaner verlieren ihr Zuhause, doch die Verantwortlichen an der Wall Street werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Privatschulden, zwei Jobs und am Monatsende nichts übrig – die Demokraten aber sind mit anderem beschäftigt: PR statt Politik, hohles Marketing statt politische Konzepte. So wurde aus der Partei, die unter Franklin D. Roosevelt den Sozialstaat begründete, eine Sachwalterin der Reichen und Konzerne – eine Partei, die soziale Gerechtigkeit gegen Symbolpolitik eingetauscht hat und deren Apparat jeden linken Kurswechsel im Keim erstickt. Ein erkenntnisreiches, streitbares Buch über eine Partei, die die einfachen Leute nicht vergessen hat, sondern aufgegeben. Und eine Warnung, die längst nicht nur die USA betrifft: Wo sich fortschrittliche Politik in Symbolen erschöpft, gewinnen am Ende die Rechten. Doch Wimalasena erzählt auch von jenen, die zeigen, dass es anders geht – von einer jungen Bewegung, die in den Städten der USA für eine Politik der sozialen Gerechtigkeit streitet.
Jörg Wimalasena
Jörg Wimalasena berichtet seit mehr als zehn Jahren über die USA. Von 2019 bis 2021 war er als US-Korrespondent für Zeit Online in New York tätig.
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