Das Wahrnehmbar-Werden der Erde in der filmischen Post/Apokalypse
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Beschreibung
Wie wird die mehr-als-menschliche Welt, in der Menschen, Tiere, Mikroorganismen und andere Agentien miteinander verbunden sind, in Filmen ästhetisch wahrnehmbar? Wie können bestimmte Ästhetiken dazu führen, dass ‚wir‘ Menschen uns durch und mit Filmen um die Welt sorgen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Gaia-Ästhetiken im zeitgenössischen Spielfilm und erweitert die Gaia-Theorie von Bruno Latour und Isabelle Stengers um eine neu-materialistische Resituierung in der Post/Apokalypse – einer Raumzeitlichkeit, in der das Ende der Welt nicht mit dem Ende des humanistischen Menschen einhergeht.
Gaia-Ästhetiken entwerfen Figurationen der Erde und ihrer Lebensformen, welche die Menschen dezentrieren und den Fokus auf die Verbindungen zwischen Lebewesen untereinander und dem Unbelebten richten. Diese Ästhetiken sind der Gaia-Theorie entlehnt. In den 1970er Jahren bei der NASA entwickelt, wird sie von Bruno Latour und Isabelle Stengers in den Kontext des Anthropozäns gesetzt. Die Erde als Gaia ist eine mehr-als-menschliche Assemblage, in der die Menschen Knotenpunkte der Verantwortlichkeit darstellen. Filmische Ästhetiken können diese Knotenpunkte wahrnehmbar werden lassen, wie die Spielfilme I Am Legend (2007) und Planet of the Apes (2011-2017) zeigen. Die Filme präsentieren ihren Zuschauer_innen eine Welt in der Post/Apokalypse, in der die Filmfiguren mit dem Eindringen Gaias konfrontiert sind. Sie werden in der Post/Apokalypse kompostiert: Viren dringen in ihre Körper ein, zersetzen ihre Menschlichkeit und lassen sie zum Teil des mehr-als-menschlichen Gaia-Komposts werden. Environmental Humanities-Forschung und Filmwissenschaft "Kompostierung" als neue Methodik für die Film- und Medienwissenschaft Ideengeschichte der Gaia-Theorie mit dem Fokus auf Ästhetik
Autor*in
Friederike Ahrens
Themen in »Gaia-Ästhetiken im zeitgenössischen Spielfilm«