Jennifer Villaramas Studie untersucht die Bearbeitung des antiken Amazonen-Stoffs in deutschsprachigen Romanen, Opern und Sprechdramen der Frühen Neuzeit. Sie analysiert Debatten zu Herrschaft und Geschlecht als Hintergrund der vielschichtigen Funktionalisierung von Amazonen-Figuren in der Literatur und in höfischen Inszenierungen.
Amazonen, die Kriegerinnen aus der antiken Mythologie, sind seit Jahrhunderten Gegenstand der Literatur. Jennifer Villarama untersucht erstmalig vertiefend die Rezeption und literarische Bearbeitung des Amazonen-Stoffes im deutschsprachigen Raum der Frühen Neuzeit. Sie analysiert, aus welchen Gründen auf bestimmte Amazonen-Mythen zurückgegriffen wurde und wie zeitgenössische Debatten um die weibliche Regierungsfähigkeit oder die Beschreibung ferner Länder die Konzeption der Amazone in der frühneuzeitlichen Hofkultur beeinflusst haben. Das kulturhistorisch und interdisziplinär ausgerichtete Buch zeigt am Beispiel von Romanen, Opernlibretti und Sprechdramen, wie vielschichtig die Figur der Amazone seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert funktionalisiert wurde.
Jennifer Villarama
1670–1766 Amazone deutschsprachigen Gender Studies Geschlecht Herrschaft Intertextualität Kulturtransfer Operninszenierungen Opernlibretti Romandiskurs Romanen Sprechdramen Villarama