Informationsstrukturen spiegeln Diskurszusammenhänge und intendierte Adressaten. Zum einen wird das systematisch an Ausschnitten des Deutschen und des Französischen bearbeitet. Zum anderen steht die Frage im Raum, wie Kinder entsprechende informationsstrukturelle Fähigkeiten erwerben und wie sich hier Entwicklungsstörungen auswirken.
Die Autoren befassen sich mit Informationsstruktur, die zunächst pragmatische Funktionsbereiche wie Topic (Thema), Fokus (der Aufmerksamkeit) und die Unterscheidung von zugänglicher vs. neuer Information meint. Genereller geht es ihnen um eine kommunikativ effiziente Ausgestaltung alltäglicher Äußerungen. Dabei ist nicht nur der Diskurszusammenhang relevant. Auch der intendierte Hörer/Leser und seine Verständnisschwierigkeiten müssen antizipiert werden – eine adäquate Ausgestaltung alltäglicher Äußerungen baut auf komplexen Prozessen der sozialen Kognition auf (theory of mind). Das Buch umfasst zum einen sprachsystematische Beiträge. Darüber hinaus geht es um den Erstspracherwerb: Wie erwerben Kinder die Fähigkeit, informationsstrukturell adäquat zu (re-)agieren? Und wie sieht das bei entwicklungsgestörten Kindern aus?
Séverine Adam
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