Doron Mendels und Arye Edrei erklären die Spaltung der spätantiken jüdischen Welt.
Die Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Römer um 70 n. Chr. führte zur Spaltung der jüdischen Welt in ein östliches und westliches Judentum.Der Historiker Doron Mendels und der Rechtswissenschaftler Arye Edrei zeichnen anhand zahlreicher jüdischer wie nichtjüdischer Quellen akribisch nach, welche dramatischen Konsequenzen diese Teilung für das Judentum hatte. Mehr noch als durch die Sprachbarriere zerbrach die Einheit des Judentums durch die Ausprägung zweier disparater Lebens- und Wissenswelten: Im Osten entstand das rabbinische Judentum mit einem eigenen Schriftkanon und der von ihm hervorgebrachten mündlichen Lehre, während das westliche Judentum biblisch verhaftet blieb. Abgeschnitten von den Entwicklungen im Osten, war Letzteres der christlichen Mission ausgeliefert.
Doron Mendels
Mendels ist Professor für Geschichte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ist u. a. Mitherausgeber der Reihe Commentaries on Early Jewish Literature (De Gruyter, Berlin). Zu seinen Buchpublikationen zählen The Media Revolution of Early Christianity, Grand Rapids 1999, Memory in Jewish, Pagan, and Christian Societies of the Graeco-Roman World (London/New York 2004), und On memory. An Interdisciplinary Approach (Hg., Oxford 2007). Gegenwärtig arbeitet er an einem Kommentar zum ersten Makkabäerbuch für Hermeneia (Fortress Press, Minneapolis).