Ein großartiges Buch über das Lebensgefühl moderner Migranten
Jozef Pronek wird in Amerika vom Bosnienkrieg überrascht und an der Heimreise gehindert. Jetzt sucht er einen Platz in diesem neuen Land, das er nicht versteht. Er sucht Arbeit, Liebe und Schutz vor dem Schmerz, der sich in ihm ausdehnt. Der Krieg in seiner Heimat zieht eine Demarkationslinie durch sein Leben. Vorher - das ist Sarajewo, das ist die Kindheit in einer Stadt, in der das Leben keine Grenzen kennt, das sind die überschäumenden Gefühle beim Hören von Beatles-Songs, das ist die erste Liebesnacht. Nachher - das ist tief im Innern gefrorene Angst, das ist die Einsamkeit eines entwurzelten Menschen, der nicht mehr weiß, wo er hingehört.
Aleksandar Hemon erzählt die Geschichte einer verlorenen Stadt und eines verlorenen Lebens mit wunderbar feiner Ironie, durchwirkt von verwehter Hoffnung und von Träumen, die nicht mehr in Erfüllung gehen können. »Nowhere Man« ist ein hinreißender Blues und ein großartiges Buch über das Lebensgefühl moderner Migranten, die das Gefühl der Geborgenheit für immer verloren haben.
Aleksandar Hemon
Aleksandar Hemon wurde 1964 in Sarajevo geboren. 1992 hielt er sich im Rahmen eines Kulturaustauschs in den USA auf, als er von der Belagerung seiner Heimatstadt erfuhr. Er beschloss, im Exil zu bleiben. Seit 1995 schreibt er auf Englisch und veröffentlicht regelmäßig unter anderem in "The New Yorker", "Granta" und "The Paris Review". Sein Erzählband "Die Sache mit Bruno" erschien 2000 in acht Ländern gleichzeitig. 2002 folgte der Roman "Nowhere Man", der für den "National Book Critics Circle Award" nominiert war. Die MacArthur Foundation zeichnete Hemon 2004 mit dem "Genius Grant" aus. Spätestens seit seinem international gefeierten Roman "Lazarus", der in Deutschland auf der Shortlist des Internationalen Buchpreises 2009 stand, gehört er zu den meist beachteten Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. 2013 erschien "Das Buch meiner Leben", wie alle Bücher des Autors in Deutschland bei Knaus. Hemon lebt mit seiner Familie in Chicago.
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"In allen Abschnitten gelingen Hemon großartige Sätze und Beobachtungen - sein Nirgendwo-Mann findet zumindest in der Literatur einen Platz."
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"In 'Nowhere Man', so einfach ist das, gibt es keinen einzigen langweiligen Satz. Aleksandar Hemon ist ein wahrer Sprachkünstler."
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