Der 7. Oktober, der Terror der Hamas und der nachfolgende Krieg in Gaza, die weltweiten Proteste dagegen stellen Jüdinnen und Juden in aller Welt vor neue entscheidende Fragen: nach Zugehörigkeit, Entfremdung von Israel oder Loyalität zum jüdischen Staat, nach Repräsentation. Die jüdische Welt ist in Aufruhr und Unruhe.
Antisemitische Anfeindungen haben weltweit, besonders in Deutschland massiv zugenommen. Gleichzeitig sind viele liberale, säkulare oder progressive Jüdinnen und Juden uneins mit der Politik der derzeitigen israelischen Regierung, geraten in Erklärungsnot oder einen Zwang, sich anderen erklären zu müssen. Ein Spannungsfeld ist entstanden, das nicht nur politisch, sondern existentiell ist.
Wie lassen sich Solidarität und Kritik zusammendenken? Wie sieht ein jüdisches Selbstverständnis aus, das Raum für Vielstimmigkeit und Widerspruch bietet? Bedeutet jüdisch zu sein auch israelisch zu sein? Inwieweit verändert der 7. Oktober jüdisches Gemeindeleben, die Gedankenwelt und jüdische Publizistik? Wie steht es um das jüdische Gemeindeleben in den USA?
In den USA wird eine intensive Diskussion über all das geführt, mit der dieser Band vertraut machen möchte: Peter Beinart ist darin mit seinem Beitrag Being Jewish after the Destruction of Gaza vertreten, die Gegenstimme von Elliot Crosgrove mit In such a time as this. On being Jewish Today sowie Susannah Heschel, Sarah Hammerschlag, Emily Levine, Shaul Magid und David N. Myers.
Amir Eshel
Amir Eshel ist Edward Clark Crossett Professor für vergleichende Literaturwissenschaft an der Stanford University. Von ihm erschienen zuletzt der Band Zeichnungen, gemeinsam mit Gerhard Richter, 2018, und Dichterisch denken. Ein Essay, 2020.
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»Selbstdistanz und Generosität findet man kaum in der Debatte über Israel, Gaza und Antisemitismus, dabei sind sie für den innerjüdischen Diskurs und seine Fragen nach dem Verhältnis von universeller Moral und partikularem Recht grundlegend, wovon dieses sehr bereichernde Buch jüdischer Intellektueller zeugt.«
Tania Martini ()
»Wer über die Situation der Juden im wichtigsten Land der Diaspora – mehr als sieben Millionen Juden leben in den Vereinigten Staaten – nachdenken will, der kommt um Eshels und Sparrs Sammelband nicht herum.«
Hannes Stein ()
»... für diejenigen, die sich angesichts von hierzulande geführten Debatten über den deutschen Tellerrand hinaus informieren möchten.«
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