Der Autor untersucht die Durchdringungskraft pädagogischer wie ideologischer Normen im spanischen Primarschulwesen des 19. Jahrhunderts. Im Fokus stehen der konservative Liberalismus und dessen unterrichtsorganisatorische Strukturierung. Als Hauptquelle werden Berichte der provinziellen Schulinspektion (Cuenca, Ciudad Real) herangezogen.
Im 19. Jahrhundert ereigneten sich in Spanien die Errichtung eines liberalen Systems sowie die Institutionalisierung des staatlichen Massenschulwesens. Der Autor untersucht diese parallelen Systembildungsprozesse unter dem Brennglas der Unterrichtsorganisation von Primarschulen. Insbesondere anhand von Berichten der Schulinspektion der kastilischen Provinzen Cuenca und Ciudad Real analysiert Eble sowohl die pädagogischen als auch ideologischen Normen, die der Schulpolitik vorgelagert waren, und deren Durchdringungskraft in den Provinzschulen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damit leistet der Autor zudem einen Beitrag zur Erforschung des konservativen Liberalismus Spaniens und setzt dem gängigen Bild von dessen Scheitern eine differenzierte Einordnung entgegen.
Till Eble
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