Die Studie zeichnet die Gattungsentwicklung des «auto sacramental» in Schlaglichtern nach und erörtert die Dimensionen der Kategorie Raum. Beispielanalysen zu Vicente, Sánchez de Badajoz, Timoneda, Lope de Vega, Valdivielso, Calderón, Bances Candamo, Hofmannsthal, Valle-Inclán, Azorín, Alberti, Aub, Torrente Ballester, Arrabal, Riaza u. Caballero.
Das spanische Fronleichnamsspiel ist in Europa einzigartig. Wie kaum eine andere literarische Gattung ist das «auto sacramental» eng mit der spanischen Kultur verbunden. Dennoch wird das eucharistische Allegorienspiel von der Forschung vernachlässigt. Die vorliegende Untersuchung liefert erstmals eine umfassende Gattungsgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart. Besondere Beachtung findet dabei die Analyse unterschiedlicher Dimensionen, Funktionen und Wirkungen der Kategorie Raum in dramatischer Konzeption und theatraler Aufführung. In all seinen religiösen wie säkularen Ausprägungsformen spannt das «auto sacramental» als komplexe und mehrdimensionale Raumkunst in dramatischer wie theatraler Hinsicht einen bald heiligen, bald unheiligen Theater-, Bedeutungs- und Erlebnisraumraum auf.
Marina Ortrud Hertrampf
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