In einer Gesellschaft am französischen Hof wurde die Behauptung aufgestellt, man könne keine wirkliche Liebesgeschichte erzählen, ohne frivole Worte zu gebrauchen. Vivant Denon war anderer Meinung und gab ein galantes Abenteuer zum besten, das er später auch drucken ließ. Es ist die Geschichte eines betrogenen Betrügers. Ein junger Chevalier läßt sich von der besten Freundin seiner Geliebten verführen. Was er aber erst nachträglich begreift - seine neue Flamme hat ihn nur benutzt: Ihrem griesgrämigen (und wohl auch impotenten) Gatten gaukelt sie ein Abenteuer mit einem jungen Galan vor, das der ältliche Marquis par la force des choses noch hinnehmen würde. Die Marquise freilich will nichts anderes als freie Bahn für ihren langjährigen Liebhaber. Der Chevalier dient nur dazu, das Terrain zu bereiten.
Ohne an irgendeiner Stelle explizit zu werden, knistert es in dieser Novelle wie auf einem Stich von François Boucher. Zweihundert Jahre nach ihrer Entstehung stieß auch Milan Kundera auf die Novelle. Für ihn stand fest: 'Einer der schönsten französischen Prosatexte aus dem 18. Jahrhundert.'
Vivant Denon