1963 gründeten die damals unabhängigen afrikanischen Staaten eine Regionalorganisation, um ihre gemeinsamen Interessen auf Ebene der internationalen Politik besser vertreten zu können: die Organization of African Unity (OAU), die in der Forschung bislang als ein genuin afrikanisches Projekt galt. Anhand von Dokumenten, die primär aus US-amerikanischen Archiven stammen, kann Thomas Spielbüchler in dieser Studie aber erstmals belegen, dass die Dynamik, die zur Gründung der OAU führte, auch ein Schauplatz des Kalten Kriegs zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion war. Es ging für die beiden Supermächte um den zukünftigen Einfluss in den jungen Staaten Afrikas. Mittels verdeckter Intervention, geschickter Propaganda und der gezielten Nutzung von Insidern schafften es die USA, auf diesen Prozess einzuwirken. Mit der OAU entstand eine Institution, die Washington im Kalten Krieg um Afrika gegenüber Moskau bevorteilte. Vor dem Hintergrund des Panafrikanismus demonstrierten die USA damit eine besondere Form der Interessenswahrnehmung auf regionaler und globaler Ebene.
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Thomas Spielbüchler
PD Dr. Thomas Spielbüchler ist Senior Lecturer am Institut für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Johannes-Kepler-Universität Linz.
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