Viele Musliminnen und Muslime in Deutschland nehmen Diskriminierung wahr. Doch ist diese auf objektiv messbare Ungleichbehandlung zurückzuführen? Die Beiträge dieses Bandes kommen zu dem Ergebnis, dass wahrgenommene Kränkung von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist: sowohl von objektiv nachweisbaren Diskriminierungsfaktoren als auch von der jeweils vollzogenen Gruppenidentifikation, vom vertretenen Anspruchsniveau, von vorausgesetzten Modi der Zurechnung von Diskriminierungserfahrungen, von Gefühlen der Ohnmacht sowie von der Bereitschaft zur Selbstkritik und zum Lernen. Objektiv nachweisbare soziale Strukturen lassen sich also nicht eins zu eins in Wahrnehmungen und Gefühlslagen übersetzen, sondern sind komplex vermittelt, besonders durch Narrative, die in bestimmten Milieus und Netzwerken gepflegt werden. Das Buch identifiziert solche Erzählstränge und arbeitet ihr Verhältnis zu Kränkungserfahrungen heraus, die sich zu Ressentiments verdichten können. Darüber hinaus fragt es nach dem Einfluss dieser Ressentiments auf Prozesse der islamischen Radikalisierung. Es wirft aber auch die Frage auf, wie man der Ausbildung solcher Ressentiments wirksam begegnen kann.
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Özkan Ezli
PD Dr. Özkan Ezli ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie an der Universität Münster.
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