Vier Jahre nach dem Theoriebestseller Empire folgt die Fortsetzung der kritischen Gesellschaftsanalyse. Im Empire, das sich durch
bürgerkriegsähnliche Konflikte in einem permanenten Ausnahmezustand befindet, kann eine Multitude als politisches Subjekt entstehen, das den Wunsch nach Gleichheit und Freiheit, nach einer offenen und alle einbeziehenden globalen Gesellschaft verkörpert und, so Hardt/Negri, die Mittel bereitstellt, eine demokratische Weltgesellschaft zu etablieren.
Die Demokratie wird heute bedroht durch einen scheinbar permanenten und allgegenwärtigen Kriegszustand, der auch in Ländern und Regionen ohne aktuelle bewaffnete Konflikte die Freiheitsrechte und Demokratie einschränkt. Die Anschläge vom 11. September 2001 und der folgende War on Terror machten diese Kriegsordnung offensichtlich. Dennoch ist eine globale Demokratie durchsetzbar - durch die Macht der Multitude, der Menge, die, wie Hardt und Negri schreiben, im Innern des Empire lebt. Die Multitude, das sind die Vielen, vielgestaltig und einzigartig. Sie zeichnen sich weder durch gemeinsame Identität aus (Volk) noch durch Uniformität (Masse). Sie sind dabei, ein Gemeinsames zu entdecken, indem sie miteinander in Beziehung treten und gemeinsam handeln, sich global vernetzen und Wissen produzieren. Wie das funktionieren kann, zeigen Hardt und Negri in einer eindrucksvollen theoretischen Erzählung, die tief in
das Geflecht unserer globalen Gesellschaft dringt und die notwendigen Voraussetzungen wie die möglichen Perspektiven ihrer umwälzenden demokratischen Veränderung aufzeigt.
Michael Hardt
Kapitalismuskritik Empire Imperialismus Kapitalismus Globalisierung Souveränität Soziale Bewegungen Multitude
Eine Demokratie, die keinen Staat mehr braucht
"Die beiden links-intellektuellen Enfant terribles legen eine verständliche Erklärung ihrer gesellschaftspolitischen Weltauffassung vor." (NZZ am Sonntag, 19.09.2004)
Der politische Akt der Liebe
"Ihrer düsteren Sicht der neuen imperialen Weltordnung haben die Autoren nun einen hoffnungsvollen Gegenentwurf zur Seite gestellt." (Süddeutsche Zeitung, 08.10.2004)
Vielheit des Widerstands
"Mut zum Pathos!" (Falter, 21.10.2004)
Wenn die Absicht zur Mutter der Erkenntnis wird
"Lesenswert ... Weil sie eine so unterschiedliche Leserschaft angesprochen und die Begriffe 'Kommunismus' und 'Demokratie' aus ihren Einhegungen befreit haben, verdienen Negri/Hardt Respekt." (Spex, 01.11.2004)
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