30 Jahre Berlin, eine Altbau-WG und ungefähr 147 Mitbewohner. Eine bissige Satire über Gentrifizierung, Großstadtmythen und die ewige Behauptung: Früher war Berlin besser.
1995 kommt Lulu mit großen Träumen aus einem westdeutschen Dorf nach Berlin. Sie zieht in eine WG im Prenzlauer Berg – und dreißig Jahre später wohnt sie immer noch dort.
Dazwischen liegen ungefähr 147 Mitbewohner, zahllose Putzpläne und Küchenphilosophien, Clubnächte und Burn-outs, Yogamatten und Start-ups, offene Beziehungen, geschlossene Kühlschränke, spirituelle Erleuchtungen nach drei Wochen Bali – und die unerschütterliche Überzeugung jeder neuen Generation, das wahre Berlin gerade noch rechtzeitig erlebt zu haben.
Während draußen die Mieten steigen, Häuser saniert und Lebensentwürfe ausgetauscht werden, verändert sich auch die Wohnung. Menschen kommen, Menschen gehen. Nur Lulu bleibt.
„Berlin-Symptom – Zwischen Ketamin und Räucherstäbchen“ ist ein satirischer Roman über drei Jahrzehnte WG-Leben, Gentrifizierung und Großstadtmythen. Über ein Berlin, das sich permanent neu erfindet und gleichzeitig jedes Jahr behauptet, früher sei alles besser gewesen.
Eine Liebeserklärung an Berlin. Eine Abrechnung mit Berlin. Und manchmal ist das erstaunlicherweise dasselbe.
Lee Fritz
Lee Fritz lebt zwischen Erinnerungen, Landschaften und Geschichten. Viele Jahre war sie unterwegs – in Asien, entlang großer Flüsse, zwischen Tempeln, Städten und Übergängen, zeitweise auch zurückgezogen im Dschungel. Aus diesen Reisen entstand ihr literarisches Debüt „Jenseits der Karten“.
Ihre Texte verbinden autobiografische Elemente mit atmosphärischer Gegenwartsliteratur und beschäftigen sich mit Themen wie Identität, Herkunft, Fremdsein und Selbstfindung. Dabei stehen weniger geografische Orte als innere Zustände im Mittelpunkt ihrer Erzählungen.
Lee Fritz arbeitete viele Jahre international und verbrachte einen großen Teil ihres Lebens unterwegs. Heute lebt sie in Berlin und schreibt an weiteren literarischen Projekten.
Prenzlauer Berg Berlin WG-Leben Gentrifizierung Satire Neunziger Jahre Großstadtleben