Angela Mauer ist siebzig, trägt unerschütterlich ihren pflaumenblauen Blazer und formt bei jeder noch so kleinen Unruhe die Hände zur berühmten Raute.
Angela Mauer ist siebzig, trägt unerschütterlich ihren pflaumenblauen Blazer und formt bei jeder noch so kleinen Unruhe die Hände zur berühmten Raute. Seit dem Ende ihrer politischen Laufbahn lebt sie mit ihrem wortkargen Mann Joachim in der Uckermark und hat sich eine klarer Priorität gesetzt: absolut nichts tun, solange es nicht unbedingt nötig ist. Während Lokalpolitiker vor der Tür stehen, Historiker das Dorf belagern, Touristenbusse durch die Straßen rollen und sogar Anrufe aus Berlin und den USA kommen, bleibt Angela Mauer sitzen, kocht Kartoffelsuppe und lässt die Welt an ihrer stoischen Ruhe abprallen.
„Angela Mauer. Die Macht der Raute“ ist eine zeitgenössische Gesellschaftssatire voller trockenen Humors, genauer Beobachtung und stiller Komik. Letitia Kupfer erzählt von der Kunst des Aussitzens, von der rhetorischen Kraft unauffälliger Kleidung, von der thermodynamischen Dichte von Zwiebelwürfeln und von der überraschenden Wirksamkeit des Nichtstuns. Der Roman verbindet literarische Feinheit mit politischer Satire und zeigt, wie eine Frau, die einfach nur in Ruhe gelassen werden will, am Ende die lautesten Stimmen zum Verstummen bringt.
Leserinnen und Leser von intelligenter Gegenwartsliteratur, politischer Satire, trockenen Humor und literarischen Debütromanen finden hier einen Text, der sowohl unterhält als auch nachdenklich macht. Das Buch eignet sich für alle, die Gesellschaftsromane, Satire über Politik, Geschichten über Ruhe und Beständigkeit und literarische Neuerscheinungen aus Deutschland suchen. Mit Themen wie Macht und Ohnmacht, öffentlicher Lärm und private Stille, Uckermark und Berliner Betrieb, Aussitzen als Strategie und dem leisen Triumph des Alltäglichen trifft „Angela Mauer“ den Nerv der Zeit.
Veröffentlicht vom Adlerquell Verlag.
Letitia Kupfer
Letitia Kupfer wurde 2001 in einer kleinen Stadt in Brandenburg geboren und wuchs zwischen Feldern, alten Alleen und dem ständigen Geräusch von Regionalbahnen auf. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Politikwissenschaft in Berlin, brach das Studium jedoch nach sechs Semestern ab, weil sie das Gefühl hatte, dass die interessanteren Geschichten nicht in den Seminarräumen, sondern draußen auf den Straßen und in den stillen Wohnzimmern passierten. Sie arbeitete mehrere Jahre in einer Buchhandlung in Prenzlauer Berg, schrieb parallel Kolumnen für unabhängige Online-Magazine und veröffentlichte erste kurze Texte in Literaturzeitschriften. Mit Mitte zwanzig zog sie zurück nach Brandenburg, wo sie heute lebt und schreibt. Kupfer schreibt für den Adlerquell Verlag.
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