Social-Media-Verbote lösen das eigentliche Problem nicht.
Wenn im Netz etwas schiefläuft, ist die Antwort schnell da: Handy weg, Alter rauf, Zugang zu.
Über die Menschen am Bildschirm wird viel geredet. Über die Maschinen dahinter erstaunlich wenig. Dabei ist an diesen Plattformen nichts zufällig: Endlosscrollen, Autoplay, Streaks, Push-Nachrichten, Belohnungen im Sekundentakt. Alles gebaut. Alles Absicht.
Tom Wannenmacher steckt seit über fünfzehn Jahren mitten in diesem Betrieb. Er kennt die Kommentarspalten, die Falschmeldungen, die Maschen – und er hängt selbst zu lang am Telefon, so wie alle anderen. Er schaut sich an, was die Sorgen um Kinder und Jugendliche tatsächlich treffen und was daneben geht, wenn Verbot die einzige Antwort bleibt.
Was in Australien seit dem Verbot wirklich passiert ist. Warum die Altersgrenze 13 aus einem amerikanischen Datenschutzgesetz von 1998 stammt und nie etwas mit Reife zu tun hatte. Was die EU-Kommission inzwischen für Kinderkonten verlangt – und warum kaum jemand darüber spricht.
Ein ernstes Thema, mit Schmäh erzählt. Das Buch behauptet nicht, Social Media sei harmlos. Es fragt nur, warum wir so gern auf die zeigen, die scrollen – und so selten auf die, die das Scrollen gebaut haben.
Tom Wannenmacher
Tom Wannenmacher ist Gründer und Herausgeber von Mimikama, einer der bekanntesten Aufklärungsplattformen im deutschsprachigen Raum. Seit 2011 geht er mit seinem Team Falschmeldungen, Internetbetrug und Desinformation auf den Grund – über 40.000 veröffentlichte Faktenchecks sind seitdem entstanden. Was als Reaktion auf einen einzelnen Facebook-Kettenbrief begann, ist heute eine feste Instanz der digitalen Aufklärung: Millionen Menschen nutzen Mimikama, um Fakes zu erkennen, bevor sie sie weiterverbreiten.
Daneben widmet er sich der Medienkompetenz – mit Bildungsangeboten für Schulen, Eltern und Senioren. Sein Antrieb: digitale Mechanismen sichtbar machen, damit Menschen selbst entscheiden können, was sie glauben. Tom Wannenmacher lebt und arbeitet in Wien.
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