Er kommt mit einer Möhre im Gesicht zur Welt, sieben Steinen, die nach unten zeigen, und zwei Kronkorken als Augen — Werbung für ein Bier, das nur Profis kennen.
Er kommt mit einer Möhre im Gesicht zur Welt, sieben Steinen, die nach unten zeigen, und zwei Kronkorken als Augen — Werbung für ein Bier, das nur Profis kennen. So beginnt das kurze, würdelose, erstaunlich reiche Leben des letzten Schneemanns.
Zwischen einem pinkelnden Dackel namens Werner, einer Krähe, die zu viel gelesen hat, einer Affäre hinter heruntergelassenem Rollladen und einer Liebe auf der anderen Straßenseite, die nie ein Wort wechselt, stellt er die einzige Frage, die zählt: Warum überhaupt? Die Antwort der Krähe ist enttäuschend. Und vollkommen richtig.
Eine Vorstadt, ein Winter, ein langsames Schmelzen. Komisch, traurig und sehr, sehr menschlich — erzählt von dem Einzigen, der sich nicht bewegen kann.
Klemens Kowalski
Klemens Kowalski lebt und schreibt in Strasburg (Um.) in Mecklenburg-Vorpommern. Einen Teil seines Lebens verbrachte er im niedersächsischen Buxtehude. Seine berufliche Heimat ist der öffentliche Dienst – erst lange Jahre beim Bund, später in der Kommunalverwaltung, wo er auch als Bürgermeister Verantwortung übernahm. Das Schreiben ist sein Gegengewicht zum Alltag: ein Raum, in dem nicht Paragrafen, sondern Figuren und Stimmungen den Ton angeben.
Seine Texte sind auch in der Uckermark verwurzelt – von Geschichten für Kinder, die ihre Umgebung mit Staunen entdecken, bis zu Prosa für Erwachsene mit leiseren, nachdenklicheren Tönen. Geprägt ist sein Blick auch von Verbindungen nach Ostafrika. Wenn er nicht schreibt, hört er deutsche Liedermacher – Musik, die ihn beim Formulieren begleitet.
philosophische Novelle Schneemann Vergänglichkeit Vorstadtsatire Deadpan-Humor Krähe unerwiderte Liebe