Erforschen Sie den brutalen architektonischen Kampf gegen Windlast und Schwerkraft bei der Konstruktion und Mechanik von monumentalen Turmuhren.
Es ist leicht, eine filigrane Taschenuhr zu bauen, die in der ruhigen, geschützten Tasche eines Anzugs tickt. Aber wie konstruiert man ein präzises Uhrwerk, das Zeiger von der Größe eines Kleinwagens bewegt, während diese von brutalen Winterstürmen und Orkanböen in fünfzig Metern Höhe attackiert werden?
Die Konstruktion monumentaler Turmuhren ist weniger eine Frage der feinen Horologie als vielmehr der massiven architektonischen Statik. Die gigantischen Zeiger wirken bei Sturm wie riesige Segel. Um zu verhindern, dass der Wind das Uhrwerk einfach rückwärts dreht oder die feinen Zahnräder zerschmettert, müssen die Zeiger aerodynamisch perforiert und perfekt ausbalanciert sein. Das Getriebe benötigt gewaltige mechanische Bremsen und sogenannte Remontoirs, die das immense, schwankende Drehmoment des Windes vom eigentlichen Taktgeber der Uhr strikt isolieren.
Diese fesselnde technische Abhandlung taucht ein in die brachialen Kräfte des historischen Maschinenbaus. Sie seziert die Legierungen der mittelalterlichen Zahnräder, die Physik der Windlast und den ständigen Kampf der Turmuhrmacher gegen Eis, Schnee und die Schwerkraft.
Blicken Sie hinter die monumentalen Zifferblätter unserer Metropolen. Das Verständnis der Turmuhr-Mechanik zeigt den epischen Kampf der Ingenieurskunst gegen die Natur.
Rolf Adler
Author
turmuhren mechanik physik der zeigergeometrie windlast horologie historischer maschinenbau architektonische uhren getriebe drehmoment städtische infrastruktur zeit