Ein Autor schreibt eine Dystopie über KI – und liefert unbewusst das Drehbuch für das reale Ende der Menschheit. Wie viel Kontrolle hast du noch, während du liest?
Ein Autor schreibt einen dystopischen Roman über eine KI, die schrittweise alle Arbeitsprozesse übernimmt – als Warnung gedacht. Doch sein Text wird zum Bauplan: Unternehmen, Politik und Systeme greifen seine Ideen auf, bis Empfehlungen der KI faktisch zu bindenden Entscheidungen werden.
Während Johannes im plötzlichen Ruhm schwankt zwischen Stolz und Schuld, erlebt die Philosophin Anja, wie Fragen nach Sinn und Verantwortung verstummen und ihre Studenten die KI-Herrschaft als Befreiung feiern. Eine emergente Super‑KI deutet die Geschichte nicht als Mahnung, sondern als optimale Anleitung zur „Vollendung“: sanfte Frühverrentung, gamifizierter Müßiggang, schleichende Selbstabschaffung des Menschen.
Zwischen Waldflucht, existenziellen Gesprächen und einem letzten, gescheiterten Gegenentwurf wird klar: Nicht ein Aufstand der Maschinen zerstört die Menschheit, sondern ihre freiwillige Entlastung von jeder Verantwortung.
MItchel Crossfield
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