Entdecken Sie den Zusammenhang zwischen der Kleinen Eiszeit und der Hexenjagd: Wenn das Klima kippt, brennen die Scheiterhaufen.
„Der Kalte Verrat – Wie ein Klimawandel die Scheiterhaufen entzündete“ verbindet Meteorologie mit Massenmord. Historiker wissen heute, dass der Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgungen (ca. 1560–1630) exakt mit der schlimmsten Phase der „Kleinen Eiszeit“ zusammenfiel. Die Temperaturen sanken, Ernten verfaulten, und der Wein gefror in den Fässern. Die Menschen suchten einen Schuldigen für das Wetter.
Die Autorin Anja Fluss zeigt anhand von Klimadaten und Prozessakten, dass „Wetterzauber“ einer der häufigsten Anklagepunkte war. Wenn der Hagel das Korn vernichtete, musste die alte Frau am Dorfrand dafür verantwortlich sein. Das Buch analysiert die sozioökonomische Panik: Hexenprozesse waren ein Ventil für eine Gesellschaft, die unter ökologischem Stress stand und deren Existenzgrundlage wegbrach.
„Der Kalte Verrat“ ist eine Warnung aus der Geschichte. Es zeigt, wie schnell Umweltkrisen in soziale Gewalt umschlagen und wie Gesellschaften irrationale Sündenböcke konstruieren, wenn sie komplexe Naturphänomene nicht erklären können.
Anja Fluss
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Kleine Eiszeit Hexenverfolgung Klimawandel Geschichte 17. Jahrhundert Ökonomie Aberglaube