Der Moment, wenn du merkst, dass niemand kommt, um die emotionalen Lücken zu füllen – und dass du selbst lernen musst, die Funktionen zu übernehmen, die gefehlt haben.
Was passiert eigentlich, wenn man als Erwachsener merkt, dass grundlegende emotionale Bedürfnisse in der Kindheit unerfüllt blieben – und warum fühlt sich das an wie ein Auftrag, rückwirkend für sich selbst zu sorgen, ohne Anleitung zu haben, wie das geht? Dieses Buch erkundet die komplexe Welt des Selbst-Reparenting, in der man lernen muss, sich selbst zu regulieren, zu trösten, zu begrenzen und zu ermutigen, weil diese Funktionen nie ausreichend internalisiert wurden.
Du erfährst, wie fehlende emotionale Attunement in der Kindheit spätere Selbstfürsorge erschwert, warum innere kritische Stimmen oft übernommene elterliche Bewertungen sind, welche Rolle Selbstmitgefühl versus Selbstkritik spielt, wie man emotionale Bedürfnisse überhaupt identifiziert, wenn man nie gelernt hat sie zu benennen, und warum Reparenting bedeutet, sowohl Struktur als auch Wärme zu bieten. Es geht um die Mechanismen hinter Selbst-Elternschaft – Internalisierung neuer Bezugspersonen-Funktionen, Umgang mit verletzten inneren Anteilen, Entwicklung von Selbstregulation – und die Realität, dass man sich selbst beibringen muss, was andere hätten vermitteln sollen.
Kein „Heile dein inneres Kind in 30 Tagen"-Versprechen, keine einfache Selbstliebe-Lösung – nur ein tiefgehender Einblick in den Versuch, nachträglich zu werden, was man gebraucht hätte. Für alle, die verstehen wollen, was es bedeutet, sich selbst elterliche Funktionen zu geben.
Leonie Brandl
Leonie Brandl ist eine deutschsprachige Sachbuchautorin, die für ihre Werke über Kreativität, Identität und persönliche Entwicklung bekannt ist. In ihren Büchern verbindet sie psychologische Einsichten mit literarischer Erzählweise und untersucht, wie Menschen in Zeiten von Wandel und Unsicherheit neue Orientierung finden. Leonie Brandls Stil gilt als atmosphärisch und zugleich klar strukturiert, wodurch ihre Texte sowohl reflektiert als auch zugänglich wirken.
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