Im September 2004 musste sich Slavenka Drakulic in den USA einer Nierentransplantation unterziehen. Es war nicht ihre erste. Das Besondere daran: Die Niere stammte nicht von einem verstorbenen oder verwandten, sondern von einem freiwilligen, anonymen Spender, der noch lebt. In ihrem höchst aktuellen Buch geht Slavenka Drakulic der zentralen Frage nach, die eine sogenannte Lebendspende aufwirft: Warum riskieren Menschen ihre Gesundheit? Ist es purer Altruismus? Wie gehen Spender und Empfänger damit um? Im Gespräch mit Christine, ihrer eigenen, ursprünglich anonym bleiben wollenden Spenderin, und anderen zeichnet die Autorin ein vielschichtiges und komplexes Bild von Menschen, die ein humanes Gewissen besitzen und sich zu einer Organspende entschließen. Erst ihre Krankheit habe ihr die Möglichkeit gegeben, sich Gedanken zu machen über das Gute und auf die hellen Seiten des Lebens zu achten. Ein persönliches und fachkundiges Buch, das aufrüttelt.
Slavenka Drakulic
Slavenka Drakulic, geboren 1949 in Kroatien, war eine der bekanntesten Schriftstellerinnen ihres Landes, sie starb 2026. Ihre Bücher erschienen in vielen Sprachen. 2005 erhielt sie für »Keiner war dabei. Kriegsverbrechen auf dem Balkan vor Gericht« den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. 2007 erschien bei Zsolnay der Roman »Frida«, 2008 folgte »Leben spenden. Was Menschen dazu bewegt, Gutes zu tun«.
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"Ein wichtiger Beitrag zur Debatte über ein neues medizinisches Problem." Beata Lakotta, Der Spiegel, 18.08.08
"Dass der Unglaube an jeden Fortschritt und Misstrauen in die Moral des Nebenmenschen nicht nur zu schlechten Gesetzen und dummen Kampagnen, sondern geradewegs zu überflüssigem Leiden und frühem Tod in zahlreichen Fällen führen, das macht einem das aus Selbsterfahrungsbericht und Betroffenenrecherche wohl komponierte Buch von Slavenka Drakulic nur allzu klar." Katharina Rutschky, Frankfurter Rundschau, 18.10.08
""Leben spenden" ist das überaus eindrucksvolle Dokument einer existenziellen Erschütterung und zugleich eine philosophische Betrachtung über das Gute. Was daran am meisten verblüfft ist die Tatsache, dass wahre menschliche Güte für den Verstand offenbar schwieriger zu begreifen ist als das Böse. In Slavenka Drakulic hat diese Güte eine ideale Interpretin gefunden." Meike Fessmann, Süddeutsche Zeitung, 12.11.08
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