Der Historiker Mark Jones schildert die dramatische Gründungsphase der Weimarer Republik erstmals als eine Geschichte der Gewalt. Er zeigt, wie die Zivilbevölkerung durch die von den Fronten zurückkehrenden Soldaten, aber auch durch bewaffnete Banden und Bürgerwehren eine bisher unbekannte Brutalität erlebte. Diese Gewalterfahrung wurde für das weitere Schicksal Deutschlands prägend — bis hin zur entfesselten Gewalt des NS-Regimes. Anhand neu erschlossener Archivquellen, darunter zahlreiche Augenzeugenberichte, zeigt Jones vor allem die staatlich legitimierten und ausgelösten Gewaltexzesse, mit denen die junge Republik ihre Autorität zu demonstrieren und politische Stabilität herzustellen suchte. Dieses blutige Fundament der ersten deutschen Demokratie führte zu einer beispiellosen Abstumpfung und Verrohung der Bevölkerung, die den Boden bereitete für das Gewaltregime der Nationalsozialisten.
Neuer Blick auf ein Schlüsselereignis der deutschen Geschichte
100. Jahrestag der Novemberrevolution 1918/19
Mark Jones
Mark Jones, geboren 1981, ist Assistant Professor am University College Dublin. Zuvor war er Research Fellow an der Freien Universität Berlin und hatte einen Lehrauftrag an der Ruhr-Universität Bochum inne. Sein Forschungsschwerpunkt ist der Zusammenhang zwischen Gewalt und politischer Kultur in Deutschland im 20. Jahrhundert. Sein erstes Buch "Am Anfang war Gewalt. Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik" ist bei Propyläen erschienen.
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„Das wohl anregendste Buch zum Revolutionsjubiläum“
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"Eine vom ersten bis zum letzten Satz packende, provozierende, verstörende Lektüre"
Ulrich Teusch ()
"bemerkenswert"
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"Auf jeden Fall ermöglicht diese Studie einen genaueren Blick auf 1918/19. Das ist besonders willkommen, solange man sich scheut, diese Revolution neben der von 1848 und der von 1989 zu den Gründungsmomenten der heutigen Republik zu zählen."
Jens Bisky ()
"eine Geschichtsdarstellung von erzählerischer Qualität. [...] Es gelingt Jones, mittels des Gewaltsujets ein erfahrungsghichtliches Zeitpanorama aufzuspannen."
Alexander Gallus ()