Utopien entspringen, als positive wie negative, aus dem Leiden an der inhumanen Welt und beschreiben die Sehnsucht nach einer positiven Transformation der Gesellschaft. Nachdem sich die bisherigen 'großen' Utopie-Erzählungen überlebt haben, greift Norbert Groeben auf die 'Minimalisierung' des Utopischen in Form von einzelnen, kritisch-reflexiven Lebensentwürfen zurück. Diese kristallisieren sich in appellativen Programmerzählungen, die eine permanente, unabgeschlossene Aufgabe darstellen: zur Ausbreitung von der Individual- über die Gemeinschafts- zur Gesellschaftsebene.
Norbert Groeben
Norbert Groeben hat Psychologie und Germanistik studiert und beides mit der Habilitation abgeschlossen. Er war Ordinarius für (Allg.) Psychologie in Heidelberg und Köln (bis 2007) und ist außerdem Honorarprof. für (Allg.) Literaturwissenschaft in Mannheim und Heidelberg. Seine Publikationstätigkeit umfasst Fach- und Sachbücher zur Wissenschaftstheorie und Methodenlehre, Sprach- und Denkpsychologie, Emp. Literaturwiss. und -didaktik, Anthropologie und Utopieforschung.
Positive Utopie Negative Utopie Sehnsucht der Utopie große Erzählungen axiomatische Erzählungen mittelgroße Modell-Erzählung Staatsroman Totalitarismusgefahr Revolution Minimalisierung der Utopie Ideologiegefahr kritisch-refleive Utopie appellative Programmerzählung schrittweise Transformation der Gesellschaft Ausbreitung über Individualebene