Das Elsaß ist seit den 80er Jahren eine Hochburg der rechtsextremen französischen Partei Front National. Ob bei Präsidentschafts-, Parlaments- oder Regionalwahlen, stets liegen hier die Ergebnisse Le Pens weit über dem nationalen Schnitt. So ausgeprägt die Erfolge jeweils sind, so hilflos zeigten sich bislang die Erklärungsversuche. Tatsächlich läßt sich das Votum kaum in die gewohnten Analyseraster zur Erklärung rechtsextremen Wahlverhaltens fassen: So unterscheidet sich das Elsaß als wirtschaftlich prosperierende und europafreundliche Region mit starker Kirchenbindung, die von gesellschaftlichen Spannungen und wirtschaftlichen Umbrüchen vergleichsweise wenig betroffen ist, stark von den klassischen bspw. südfranzösischen Hochburgen der Partei.
Wie erklären sich diese überdurchschnittlichen Wahlerfolge der Rechtsextremen? Und wieso gerade im Elsaß? Wer sind die Wähler, was sind ihre Motivationen? Fragen, die diese Arbeit beantwortet. Die vorliegende qualitative Studie liefert eine neue und eigenständige Begründung für den aufsehener-regenden Wahlerfolg des Front National im Elsaß jenseits der herkömmlichen Konzepte für rechtsextremes Wahlverhalten.
Dazu wird der von der Wahlforschung bisher kaum genutzte Ansatz räumlicher Kultur-forschung aufgegriffen, weiterentwickelt und auf der Ebene der politischen Kultur ausgearbeitet. Gefragt wird nach einem räumlich bestimmten Faktorenbündel, das sich sowohl auf der Mikroebene des Wahlverhaltens wie auf der Mesoebene des strategischen Verhaltens der Parteien qua Akteure als "räumliche Prägung" auswirkt. In Expertengesprächen und offenen Interviews mit den führenden Regionalpolitikern und elsässischen Bürgern werden Positionen, Präferenzen, Einstellungen und Verhaltensmodi an den Schnittstellen von Raumbezug, regionaler Identität, Selbstwahrnehmung und Außensicht, politischen Anschauungen und rechtsextremen Äußerungen erhoben.
Das Elsaß ist seit den 80er Jahren eine Hochburg der rechtsextremen französischen Partei Front National. Bisher erwiesen sich alle wissenschaftliche Erklärungsansätze als unzureichend, den aufsehenerregenden Wahlerfolg der Partei zu erklären: Ist das Elsaß doch eine wirtschaftlich prosperierende Region, die insbesondere in ihrem ländlich geprägten Norden weder eine hohe Kriminalitätsrate oder Arbeitslosenquote noch massive soziale Verwerfungen aufweist - Kriterien, die bisher als begünstigend für ein rechtsextremes Votum gewertet wurden.
Die vorliegende Studie greift bisher kaum genutzte Ansätze räumlicher Kulturforschung auf und entwickelt diese zu einem Analyseraster, das nicht nur Antworten zur Klärung des konkreten Falls Elsaß liefert, sondern darüber hinaus auch wichtige theoretische Anregungen für die weiter regionale Wahlforschung bietet.
Rechtsextremismus
Das Elsaß ist seit den 80er Jahren eine Hochburg der rechtsextremen französischen Partei Front National. Bisher erwiesen sich alle wissenschaftliche Erklärungsansätze als unzureichend, den aufsehenerregenden Wahlerfolg der Partei zu erklären: Ist das Elsaß doch eine wirtschaftlich prosperierende Region, die insbesondere in ihrem ländlich geprägten Norden weder eine hohe Kriminalitätsrate oder Arbeitslosenquote noch massive soziale Verwerfungen aufweist - Kriterien, die bisher als begünstigend für ein rechtsextremes Votum gewertet wurden.
Die vorliegende Studie greift bisher kaum genutzte Ansätze räumlicher Kulturforschung auf und entwickelt diese zu einem Analyseraster, das nicht nur Antworten zur Klärung des konkreten Falls Elsaß liefert, sondern darüber hinaus auch wichtige theoretische Anregungen für die weiter regionale Wahlforschung bietet.
Daniela Heimberger
Frankreich Front National Le Pen, Jean-Marie Parteien, rechtsextreme Rechtsextremismus