Maussion untersucht das Kohelet-Buch in Hinsicht auf das Böse, das Gute und ihre Implikationen für das Gericht Gottes und widerlegt die Hypothese einer pessimistischen Grundhaltung.
Die in der neueren Forschung zunehmend hinterfragte Hypothese einer pessimistischen Grundhaltung bei Kohelet unterzieht nun auch M. Maussion einer kritischen Überprüfung, und zwar erstmals aus der Perspektive der Frage nach dem Übel, dem Bösen. Aus der Exegese der Abschnitte, in denen sich Kohelet mit dem Problem des Bösen befasst, gewinnt sie die Erkenntnis, dass Kohelet zwar die Präsenz des Bösen in der Welt als unbestreitbar konstatiert, diese Beobachtung jedoch keiner weiterführenden Systematisierung unterzieht. Ein zweiter Abschnitt erarbeitet anhand des biblischen Textes einerseits Möglichkeiten des Menschen, dem Übel zu begegnen, andererseits das Glück betreffende Passagen, die in der Aussage gipfeln, Gott offenbare sich den Menschen in der Gabe der Freude. Die Pessimismus-Hypothese dürfte nach Maussion als überholt gelten.
Marie Maussion
Dr. jur. Dr. theol. Marie Maussion ist freiberufliche Theologin in Saint-Aubin, Burgund. Sie wurde 2002 in Strassburg promoviert.
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