Beiträge renommierter Sozialwissenschaftler, die dem Verhältnis von Demokratie und Gesellschaft nachspüren. Leitfrage ist dabei die Demokratiefähigkeit moderner Gesellschaften.
Lange als obsolet oder anachronistisch gehandelt, haben Nation und Nationalismen in den letzten Jahren im politischen Alltag wie in der Forschung ihre Wirkungsmacht erneut unter Beweis gestellt. Die in diesem Buch versammelten Essays namhafter Autoren greifen unter den Stichworten von Staat, Nation und Demokratie die zentralen Entwicklungslinien und Traditionen moderner Gesellschaften auf. Gemeinsame Perspektive aller Beiträge ist die Frage der Zukunftsfähigkeit der Demokratie im historisch gewachsenen Kontext von Staat und Nation. In den Spannungsfeldern von neuen Nationalismen und nationalen Bewegungen, von sozialer Gerechtigkeit und Reform des Interventionsstaates, von Voraussetzungen demokratischer Regimewechsel und der Praxis etablierter Demokratien spüren die Autoren den komplexen Zusammenhängen aus unterschiedlichen Perspektiven nach. Dabei zeigt sich, dass Nation nicht nur ein Raum für Erinnerung und Geschichtskultur ist, sondern auch für die Erklärung zentraler Probleme moderner Gesellschaften die geeignete Grundlage bietet.
Jürgen Kocka
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jürgen Kocka gehört zu den bedeutendsten Historikern Nachkriegsdeutschlands. Er war von 1973–1988 Professor für allgemeine Geschichte an der Universität Bielefeld und von 1988–2009 Professor für die Geschichte der industriellen Welt an der Freien Universität Berlin. Von 2001–2007 war er Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und 1998–2009 Direktor am Zentrum bzw. Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas. Seit 2009 ist er Permanent Fellow am Kolleg »Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive« der Humboldt-Universität zu Berlin.
Demokratie Nation Puhle, Hans J. Staat