»Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.« So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt. Sein Rachefeldzug ist noch zweihundert Jahre später Vorbild und Handlungsanweisung für Michaela Kohlhaas, eine stellvertretende Friedhofsverwalterin. Befeuert von erfahrener Willkür und Ohnmacht, wird sie zur Aufsässigen. Doch wo Michael Kohlhaas mordet und brandschatzt, agiert sie vorrangig mit Worten: mit Zuspitzung, Übertreibung, Sabotage und Show. Einer vermeintlichen Hexe gleich, zieht sie fluchend und Verwünschungen aussprechend durchs Land. Und muss feststellen: Es ist von Nachteil, eine Frau zu sein. Es ist von Nachteil, sich zu wehren. Doch selbst wenn alle Welt sie für wahnsinnig erklärt – sie geht »mit wehenden Fahnen« ihrem Ende entgegen, auf ein gutes Ende hoffend, und doch ahnend: Ein solches Ende wird es vielleicht nicht geben.
Heike Geißlers Michaela Kohlhaas ist eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist. Ihre Michaela ist eine Schimpfende, eine Stinkende, eine Zärtliche. Eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt.
Heike Geißler
Heike Geißler, 1977 in Riesa geboren, ist Autorin. Sie arbeitet auch spartenübergreifend in unterschiedlichen Formationen (Sabotique und George Bele). Heike Geißler war zuletzt Dorothea Schlegel Artist-in-Residence an der FU Berlin und erhielt den Klopstock-Preis für neue Literatur, den Heinrich-Böll-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Sie lebt in Leipzig.
Female Rage Weirdness rage girl Weibliche Perspektive düstere Atmosphäre Wut Selbstbehauptung Tabubruch Authentizität Selbstbestimmung Individualität Selbstermächtigung Mut seltsam Zorn
»Eine Revitalisierung des Kleist-Klassikers für unsere heutige
Zeit!«
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»Geschrieben [ist das Buch] in einem souveränen Duktus... [Insgesamt ergibt sich] eine flirrend oszillierende Spannung zwischen Pathos und Alltag, die überhaupt erst den eigentümlichen Charakter des Kohlhaas'schen Widerstands orchestriert.«
Enno Stahl ()
»Geißlers eigene Wortgewandtheit, ihr Sinn für starke Bilder, ihre klare Sicht auf unlösbares Übel tun sich damit zusammen zu einem Stück großer Literatur.«
Judith von Sternburg ()
»In einer ihrer Dichte und Schlüssigkeit wegen schönen Sprache wandelt Heike Geißler den Stoff zu einer auch skurrilen Performance. Das Schicksal der Kohlhaas ist folgerichtig und dabei unwahrscheinlich, beklemmend und zugleich belebend.«
Janina Fleischer ()
»Nicht nur das Portrait einer Frau, sondern auch der Zeit und der Gesellschaft, in der sie lebt.«
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»Das Ergebnis ist ein Roman, der sich nicht als brav feministische Umschreibung versteht, sondern als tollkühne Neuaneignung eines Mythos - sprachlich eigenwillig, politisch pointiert, komisch und beklemmend zugleich.«
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»›Michaela Kohlhaas‹ ist großes Theater. Eine Revolution in Gedanken, der die Sprache auf sanften Füßen folgt. Man muss diesen Roman lesen, nicht nur weil er eine aberwitzige Geschichte hat, sondern weil seine Sätze der Hauptfigur überaus zart auf den Leib gestickt sind.«
Paul Jandl ()
»Geißlers Sprache lebt in ihrer Direktheit von Wortwitz sowie dialektischer Spannung ... [Ein] großartiger Roman ...«
Nina Mueller ()
»Der Roman der deutschen Autorin ist großartig, weil Geißler kein konkretes Unrecht benennt, das Michaela Kohlhaas angetan
worden ist.«
Martin Gasser ()
»Der
Roman ist das
Aufflackern einer
Figur, die sich
dem bedingungslosen Protest verschrieben hat,
und ein Plädoyer dafür, dass
wir die Welt nicht so hinnehmen müssen, wie sie ist.«
Martin Gasser ()
»Ein sowohl sprachlich als auch inhaltlich lohnendes Gedankenexperiment.«
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»... Heike Geißler schreibt die rasanteste, lebendigste Widerstandsprosa der deutschen Gegenwartsliteratur.«
Steffen Martus ()
»Das
ist nicht nur als Gegenfolie zu Kleists
Novelle, sondern als Gegenwartsdiagnose hochinteressant und lesenswer.«
Jakob Hayner ()
»[Ein] faszinierendes Buch ...«
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»Poetisch und aus einer Distanz
heraus gestaltet Heike Geißler mit ironisch-bildhaften Vergleichen und beißendem Humor diese Überschreibung
von Heinrich von Kleists Novelle ...«
Sieglinde Wöhrer ()
»Auch bei heutiger Wiederlektüre beeindruckt die flirrende
Sprache, die auch dann konkrete Bilder evoziert, wenn nicht so
ganz klar ist, was eigentlich geschildert wird.«
Martin Thomas Pesl ()
»Es sind Sprachbilder voller Kraft und Witz, die Heike Geißlers Ich-Erzählerin schreibt und Michaela Kohlhaas denkt. Und [es geht um] nichts weniger als sprachliche Befreiungsschläge, weil hier die Welt aus neuen und überraschenden Blickwinkeln betrachtet wird.«
Wolfgang Popp ()
»Ein radikales
Buchgegen jeden Anpassungsdruck.«
Hansruedi Kugler ()
»Heike Geißler findet für ihre Geschichte einen wunderbar eingängigen
Ton. Es ist ein sanftes, rhythmisches
und dichtes Strömen. Gespickt mit
schönen Formulierungen. Auch hat der
Text seine komischen Seiten.«
Martin Oehlen ()
»Heike Geißler findet für ihre Geschichte einen wunderbar eingängigen Ton. Es ist ein sanftes, rhythmisches und dichtes Strömen. Gespickt mit schönen Formulierungen.«
Martin Oehlen ()
»Verstörend und intensiv liest sich diese Geschichte, die einen anderen Blick auf die Gesellschaft erzwingt.«
Gabi Eisenack ()
»Geißler gelingt es mit bissigem Humor, ihre Figur zu einer
Projektionsfläche zu machen, in der sich Ängste und Vorurteile gegenüber allem Fremden und anderen vereinen – oder
einfach nur gegenüber jenen, die es wagen, das Bestehende infrage zu stellen und sich dagegen aufzulehnen.«
Valerie Bäuerlein ()
»Michaela Kohlhaas lässt sich auf mehrere Arten lesen, auch als feministischer Schelminnenroman. Diese Uneindeutigkeit ist eine große Stärke. Und das Fremdeln mit der Sprache und der Figur ist von Geißler gewollt. ... Der Text ist anspielungsreich, humorvoll und bisweilen surreal ...«
Marcus Golling ()
»Es ist ein Buch voller starker, realistischer Bilder. Sie flirren mitunter ins Surreale. Ein ungewöhnlicher Erzählstil trägt dazu bei. ... Einerseits bewundert [die Ich-Erzählerin] den Mut und die Unbedingtheit der Anarchistin und probiert vergeblich den eigenen Ausbruch. Andererseits beobachtet sie mit Befremden deren Trotz und Starrsinn, der bis in die Selbstzerstörung führt. Diese zwiespältige Sicht dürften Leserinnen und Leser teilen. Mit Michaela Kohlhaas wird man so schnell nicht fertig.«
Karin Großmann ()
»[Heike Geißler] zeigt, wie Literatur auf den gesellschaftlichen Imperativ der Optimierung und Effizienzsteigerung, der ständigen Produktivität lustvoll, empathisch, subversiv und unerwartet begegnen kann. Dabei versteht sie es, den historischen Raum wahrnehmbar zu machen, zieht Linien aus der Geschichte, deren Kontinuitäten wie Diskontinuitäten gleichermaßen den Herrschaftsraum bauen, der unser aller Existenz auf die eine oder andere Weise definiert.«
Kathrin Röggla ()
»Das Buch der Stunde!«
Denis Scheck ()