Die multinationale k.u.k. Monarchie stieg seit dem späten 18. Jahrhundert im Konzert der Großmächte unaufhaltsam ab und stand intern vor tiefen Zerreißproben. Doch die Habsburger rappelten sich immer wieder auf, überstanden Napoleon, einen Staatsbankrott, die Revolution von 1848 sowie die Niederlagen gegen Italien und Preußen. Haydn, Mozart und Beethoven hielten das weite Reich ebenso zusammen wie seine Walzerkönige, Operettenfürsten und Militärkapellmeister. Der »Habsburg-Pop« erreichte die Massen und wurde zu einem globalen Exportartikel. Das Habsburgerreich hummte und summte, sang und tanzte, wirbelte und trommelte und ging erst unter, als seine musikalischen Mittel im Großen Krieg versagten.
Musik ist ein Motor der Geschichte, und Philipp Ther nutzt sie als historische Quelle. Der »sozialhistorische Prosakünstler« (Gustav Seibt) blickt auf das enge Verhältnis von Macht und Musik und zeigt, wie Walzer, Polka und die Vorläufer des Austro-Pop den Staat zusammenhielten. Die Habsburgermonarchie, so Ther in seinem beschwingten, berührenden und am Ende tragischen Buch, mag 1918 untergegangen sein, doch das Reich der Musik lebt weiter.
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Philipp Ther
Philipp Ther, geboren 1967, ist ein deutscher Sozial- und Kulturhistoriker. Nach Stationen u. a. an der FU Berlin, der Viadrina in Frankfurt/Oder, an der Harvard University und am European University Institute in Florenz ist er seit 2010 Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien. Seine Bücher Die dunkle Seite der Nationalstaaten. »Ethnische Säuberungen« im modernen Europa (2011), Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa (2014) und Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa (2017) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent u. a. mit dem Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse 2015. 2019 erhielt Philipp Ther den Wittgenstein-Preis, den höchstdotierten Wissenschaftspreis Österreichs.
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»... beeindruckend, wie sich der Autor durch 150 Jahre Musik gehört hat und wie viele Trouvaillen er aufbieten kann.«
Martin Rempe ()
»Mit erzählerischem Schwung und analytischer Präzision zeigt Ther, wie Musik Politik
wurde – wie sie Identität stiftete, Spannungen übertünchte und am Ende doch den
Untergang nicht verhindern konnte. Das Ergebnis ist ein mitreißendes, beschwingt-tragisches Panorama ...«
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»Eine gelungene Kunst- und Sozialgeschichte ...«
Tobias Herger ()
»Philipp Ther schreibt im eleganten, musikalischen Ton und steigt tief hinab in sein Thema.«
Christian Schröder ()
»Philipp Ther legt mit dieser (Musik-)Geschichte der Wiener, Prager und Budapester Moderne ein ungewöhnliches und sehr empfehlenswertes Buch vor. ... [Mit Der Klang der Monarchie] bietet der Historiker ein besonderes Erlebnis.«
Matthias Arning ()
»... eine so noch nie erzählte Geschichte des Habsburgerstaats.«
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»[In der] materialreichen Studie ... zeichnet der Historiker Philipp Ther die Genese
des ›Habsburg-Pop‹ nach und zeigt, wie die
Musik von Mozart, Strauss & Co. half, ein
Imperium zusammenzuhalten ...«
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»Ein sozialhistorischer Prosakünstler.«
Gustav Seibt ()