Wie schreiben, wenn die Wörter im Mund zerfallen? Was tun, wenn das eigene Land nur noch für Tod und Zerstörung steht?
Die Schriftstellerin M., seit einigen Monaten im europäischen Exil, bricht ins Nachbarland auf – ein Festival hat sie zu Lesungen eingeladen. Die Reise ist voller Pannen: der vorgesehene Anschlusszug existiert nicht, das Ladekabel des Telefons geht verloren. Auf dem Grenzbahnhof in F. wartet niemand, der Kontakt zu den Veranstaltern ist abgebrochen.
Die Lage erfüllt sie mit Erleichterung. M. durchstreift die Stadt, und was ihr begegnet, sind lauter Freiheitsversprechen: ein Escape Room, ein Wanderzirkus, eine flüchtige Bekanntschaft – und am Ende die langersehnte Chance, ihre Identität loszuwerden und zu verschwinden. Aber kann das gelingen?
Die Geschichte spielt im Sommer 2023: Russlands Krieg gegen die Ukraine endet nicht. Metaphern und Anspielungen, von Thomas Hobbes bis Paul Bowles, durchziehen Stepanovas fesselnde, an Wahrnehmungen und Gedanken reiche Prosa. Hat sie, die Nabokov-Leserin, eine Einladung zur Selbst-Enthauptung geschrieben? Es bleibt an uns, den Leserinnen, ob wir ihren »Absprung« als Akt der Befreiung oder der Verneinung verstehen wollen.
Maria Stepanova
Maria Stepanova, 1972 in Moskau geboren, ist die international erfolgreichste russische Dichterin der Gegenwart. Für ihr umfangreiches lyrisches und essayistisches Werk wurde sie vielfach ausgezeichnet. Ihr Prosadebüt Nach dem Gedächtnis (2018) wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie lebt zurzeit in Berlin.
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»Maria Stepanova eröffnet mit Der Absprung eine neue Epoche in der russischen Literatur.«
Uli Hufen ()
»Stepanova schildert den Identitätsfluchtversuch ihres Alter Egos auf hochreflektierte Weise.«
Jörg Plath ()
»Maria Stepanova hat einen äußerst dichten Text geschrieben, eine reflektierende, assoziationsreiche Prosa mit leisen Anspielungen, literarischen Verweisen, traumhaft und realistisch zugleich.«
Ulrich Rüdenauer ()
»[Eine] verzweifelt-ironische, dichte und
gedankenreiche Erzählung ...«
Gregor Dotzauer ()
»... mit [diesem Roman] erweist
Maria Stepanova sich als wahre
Artistin.«
Cornelia Geißler ()
»Dieser Roman pulverisiert die Dimension jeglicher Erwartung, mit ihm erweist Maria Stepanova sich als wahre Artistin.«
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»Es lohnt sich, den kurzen Roman mehrmals zu lesen. Erst nach und nach erkennt man, dass er bis ins Letzte durchgestaltet ist, angefangen mit der Ebene der Sprache.«
Sieglinde Geisel ()
»Ein Roman wie ein Salto mortale, todernst und voller Fantasie.«
Jutta Person ()
»... voller Witz und Ironie, [mit] Einfühlungsvermögen für das Umfeld und die Details ...«
Philine Bickhardt ()
»Stepanova ist eine Meisterin der Spiegel, die selbst der eingeübten Form der Autofiktion neue Tricks abgewinnen kann.«
Sonja Zekri ()
»Eine trickreiche, doppelbödige Prosa, die individuelle Wege der Befreiung eröffnet.«
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»Maria Stepanova denkt über die Unmöglichkeit nach, der Identität als Russin zu entkommen ... rhythmisch federnd von Olga Radetzkaja übersetzt ...«
Jörg Plath ()
»Maria Stepanova verwandelt Mythen wieder in Erinnerung, Helden in Menschen und den Drang ihres Landes von einer Katastrophe in die nächste in Sprache.«
Valzhyna Mort ()
»Die russische Sprache, meine Muttersprache, ist verkommen zu einem Symbol für die Erstarrung in einer imaginären Vergangenheit. Für Lügen. Für Nostalgie. Für Aggression. Maria Stepanovas gesamtes Werk war von jeher ein stoisches Dagegenhalten.«
Sasha Marianna Salzmann ()