Das postsowjetische Jekaterinburg, kurz vor Silvester: Petrow, Automechaniker und erfolgloser Künstler, fühlt sich grippig. Auf dem Weg zur Arbeit wird er von seinem alten Freund Igor abgefangen und schon sitzen die beiden in einem Leichenwagen um einen Sarg und kippen einen Wodka nach dem nächsten. Währenddessen versucht Petrows Ex-Frau die Mordgedanken zu unterdrücken, die ständig von ihr Besitz ergreifen ...
Nicht nur der Alkohol benebelt hier die Sinne wie seit Wenedikt Jerofejews »Reise nach Petuschki« nicht mehr. Alexei Salnikow fasst den maroden Zustand der postsowjetischen Gesellschaft ins Bild einer ansteckenden Krankheit, die niemanden verschont. Unverdaut stehen in den fiebrigen Gehirnen der Petrows Erinnerungssplitter aus der Breschnew-Ära neben Fetzen westlicher Popkultur, trifft Ideologie auf Reklame, Dostojewski auf die Turtles. Nach moralischem Halt sucht man vergebens, während Ewiggestrige und Marginalisierte durch die verstörte Gegenwart marodieren. Dass die Petrows inmitten des Irrwitzes trotz allem eine zarte Menschlichkeit bewahren, zeichnet Salnikows hochaktuellen Roman aus.
Bettina Kaibach
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»Alexei Salnikows Roman ist eine Allegorie auf Russlands orientierungslose Gesellschaft.«
Jörg Plath ()
»... eine lässigkunstvolle Allegorie auf eine atomisierte, orientierungslose Gesellschaft ...«
Jörg Plath ()
»Neben dunklem Humor und knackigen Dialogen kommt der postsowjetische Zeitgeist nicht zu kurz.«
Martin G. Wanko; Clarissa Berner ()
»Ein aufschlussreicher Roman, nicht nur über Russland, auch über die deprimierende Suche nach dem Glück. Und die ist bekanntlich nicht auf Russland beschränkt.«
Herbert Schorn ()
»Mit Alexei Salnikow hat ein bedeutender russischer Autor die deutsche Bühne betreten. Es ist mal wieder Zeit.«
Uli Hufen ()
»Alexei Salnikows Roman Petrow hat Fieber gleicht einem wirren Traum, der sich in einen Alptraum verwandeln könnte. In grotesken Szenen zeigt sich das Klima im Vorkriegs-Russland der letzten Jahre.«
Ulrich Rüdenauer ()
»Aus allen Ritzen sickert eine so heitere Fröhlichkeit und infernalischer Schrecken, dass Mamlejew und Gortschew freundschaftlich einen Tanz aufführen, während Gogol und Bulgakow applaudieren.«
Galina Jusefowitsch ()