Was hat die Kriminalliteratur mit der Paranoia und den Sozialwissenschaften zu tun? Dieser Frage geht Luc Boltanski in seinem höchst originellen Buch nach. Seine Antwort: Wie die Sozialwissenschaften entsteht auch die Kriminalliteratur um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, und in diese Zeit fällt auch die Entdeckung der Paranoia in der Psychiatrie. Zusammen zeugen sie von einem sich zunehmend verbreitenden Zweifel an der »Realität der Realität«, der als Symptom der Moderne gelten kann. Boltanski deckt diesen faszinierenden Zusammenhang zwischen Kriminalliteratur, Paranoia und Wissenschaft insbesondere durch fulminante Analysen der Romane von Arthur Conan Doyle und Georges Simenon auf.
Luc Boltanski
Luc Boltanski, geboren 1940, Schüler von Pierre Bourdieu, ist einer der gegenwärtig prominentesten französischen Soziologen und Forschungsdirektor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. International bekannt wurde er sowohl durch seine maßgeblichen Beiträge zur Theorie einer pragmatischen Soziologie der Kritik als auch durch seine Analysen des neuen Geists des Kapitalismus.
Motiv Paranoia Wissenschaft Doyle Arthur Conan Europa Krimi Simenon Georges Énigmes et Complots. Une enquêtes à propos d'enquêtes deutsch Page Turner Prix Pétrarque de l'essai 2012 Spannung STW 2153 STW2153 suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2153
»Der Soziologe Boltanski nutzt literarische Quellen, um Aussagen über die moderne Gesellschaft zu treffen. Das liest sich wissenschaftlich, aber, dank seiner Hauptbeispiele – Sherlock Holmes und Maigret – auch sehr unterhaltsam.«
Nicolas Freund ()
»Rätsel und Komplotte … ist Boltanskis furiose Feldforschung auf dem Territorium der Kriminalnarrative, in deren Ermittlern und Detektiven der Soziologe Fachkollegen erkennt ... Seine Passagen über die Genese des Ressentiments gehören zu den faszinierendsten dieser originellen Arbeit.«
Caroline Fetscher ()
»In ihrem ersten Teil lockt sie [die Abhandlung Rätsel und Komplotte] uns mit einer hinreißenden Analyse von Kriminal- und Spionageromanen auf das gesellschaftstheoretische Terrain.«
Jürgen Kaube ()
»Luc Boltanski entwickelt scharfsinnige Deutungen, wie ... die britische Gesellschaft der Zeit in den Blick kommt, die parlamentarisch stabilisierte Klassenherrschaft, der Rechtsstaat, die liberale Öffentlichkeit.«
Michael Rutschky ()
»Unser Rezensent empfielt Rätsel und Komplotte von Luc Boltanski jedem Krimileser, der nur einmal im Leben den Namen einmal Hegel gehört hat, aufs innigste.«
Andreas Ammer ()
»Der Soziologe interessiert sich für das Verhältnis von Nationalstaat und Gesellschaft an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert - und nähert sich dieser Frage elegant (und manchmal bezaubernd abstrakt) über den Umweg der Psychiatrie und der Literatur.«
Kolja Mensing ()
»Der inhaltliche Reichtum dieses fabelhaften Buches kann hier nicht einmal ansatzweise gewürdigt werden; bestechend ist die Auseinandersetzung mit Karl Popper [und] Max Scheler.«
Hagner, Michael ()
»Ein mitreißendes Buch«
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»Der intellektuelle Einfallsreichtum Boltanskis kann an dieser Stelle nur angedeutet werden, schlicht zu überwältigend ist die Themenvielfalt seines Werkes. Denn mit Rätsel und Komplotte hat er nicht weniger als ein Meisterstück geschaffen, in dem er geschickt das alltägliche mit dem Gelehrigen verknüpft. Nicht immer leicht mag die Lektüre sein, doch es lohnt sich.«
Patrick Wichmann ()
»Luc Boltanski widmet sich dem Genre Kriminalroman/Spionageroman - ein vielversprechender Ansatz. ... Man liest Boltanskis Rätsel und Komplotte mit Gewinn.«
Wolf Senff ()