Die Vergangenheit berühren, riechen und schmecken, die wichtigen Erlebnisse und Erfahrungen sinnlich nachvollziehen – dazu lädt Hans Ulrich Gumbrecht die Leser in seinem faszinierenden Buch über das Jahr 1926 ein.
Den Themen sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Boxen, Eisenbahnen, Philosophie, Jazz, Bergsteigen, Kino, Ozeandampfer, Pomade, Stierkampf und vieles mehr. Gumbrecht sichtet Romane, Reportagen, Reiseberichte, aber auch Werbe- und Todesanzeigen und fügt diese zum Bild eines scheinbar »ganz gewöhnlichen Jahres« zusammen. Wir begegnen gepflegten Sekretärinnen und streikenden Arbeitern, berühmten Boxern und halbnackten Revuegirls, fiebern in Sportarenen beim Sechstagerennen und werden Zeugen von Gewaltverbrechen und Straßenkämpfen.
So entfaltet diese ungewöhnliche Reise in das Jahr 1926 nicht nur ein vielschichtiges Panorama eines Jahres zwischen Aufbruch und Abgrund, sondern ist auch eine Einladung, die eigene Wahrnehmung von Geschichte zu hinterfragen.
Hans Ulrich Gumbrecht
Hans Ulrich Gumbrecht, geboren 1948, ist emeritierter Albert Guérard Professor in Literature an der Stanford University, Distinguished Professor of Romance Literatures an der Hebrew University, Jerusalem, und Distinguished Professor Emeritus an der Universität Bonn. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Kulturpreis der Stadt Würzburg.
20er Jahre Alltagsgeschichte Bergsteigen Boxen Collage Eisenbahnen Gemeinsamkeiten der Gleichzeitigkeit Geschichte zum Anfassen Geschichtswahrnehmung Gewaltverbrechen Jazz Kaleidoskop eines Jahres Kino Kultur Kulturgeschichte
»Die Methode, historische Jahre oder Jahreszeiten kaleidoskopisch einzufangen, um ganze Epochen zu porträtieren, [ist] ein originelles heuristisches Verfahren. Der Stanford-Professor Hans Ulrich Gumbrecht hat es ... erfunden.«
()
»Ausgesprochen aktuell.«
()
»Beschwingt, ganz frei von erzählerischer, historisierender Schwerkraft.«
()
»Eine rauschhafte Reise in ein
Jahr zwischen Aufbruch und jähem Absturz.«
()
»1926 lässt sich von vorne nach hinten lesen. Aufregender allerdings ist es, sich von einem hervorgehobenen Verweis zum nächsten zu arbeiten. So wird die abenteuerliche Gleichzeitigkeit des scheinbar unscheinbaren Jahres sichtbar. Und die verblüffende Nähe zum Heute ...«
()
»Es sind sehr gegenwärtige Erfahrungen, auf die man hier trifft: Eine rasante Modernisierung, neue Medien (das Radio; das Telefon; das Kino), eine Flut von Bildern und anderen Sinnesreizen und vor allem die Unsicherheit über die kommenden Dinge.«
Rüdiger Suchsland ()
»Grandios gelungen.«
()