Annie Ernaux und Marc Marie begeben sich mit Bildern und Texten auf die Suche nach dem – tröstlich wandelbaren – Wesen ihrer Intimität
Sie sind entfernte Bekannte, und eines Abends gehen sie aus, er frisch getrennt, ihr steht eine Brustkrebs-OP bevor. Sie verbringen die Nacht miteinander, beginnen eine Affäre. Die Erkrankung verändert sie spürbar, aber das Begehren setzt sich mit einer Hartnäckigkeit durch, die sie beide überrascht. Morgens ist sie regelmäßig fasziniert vom Anblick der herumliegenden Kleidung, die sie sich am Vorabend vom Körper gerissen haben. Sie fängt an, diese Szenen zu fotografieren, wie Tatorte: seine Schnürstiefel, ihre Pumps, schwarze Unterwäsche – Stillleben nach dem Sex, Kompositionen aus Zufall und Leidenschaft.
Auf den Bildern enthält 14 dieser Fotografien, und Annie Ernaux und Marc Marie schreiben im Wechsel über ihre so dokumentierten Begegnungen, über Erinnerung und Wahrnehmung, über weibliche und männliche Körper, über Zeit und den Schmerz der Vergänglichkeit.
Annie Ernaux
Annie Ernaux, geboren 1940, bezeichnet sich als »Ethnologin ihrer selbst«. Sie ist eine der bedeutendsten französischsprachigen Schriftstellerinnen unserer Zeit, ihre zwanzig Romane sind von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert worden. Annie Ernaux hat für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen erhalten, zuletzt den Nobelpreis für Literatur.
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»[Ein] Stillleben des Begehrens ...«
Birgit Schmid ()
»»Auf den Bildern« ist das Dokument einer Leidenschaft. An eine dauerhafte Liebe glaubte das ungleiche Paar nicht. Dass Annie Ernaux und er nicht wie Darsteller in einem nur für sie selbst aufgeführten Theaterstück wirken, verdankt sich Marc Maries unaufdringlichen, persönlichen Worten wie seinem Sinn für Humor.«
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»... Geblieben sind die Bilder, die Intensität des Lebens im Angesicht des Todes, Hingabe und Selbstvergessenheit. Ein Geschenk, das Hoffnung macht!«
Ulrike Schmidt ()
»Auf den Bildern ist das Dokument einer Leidenschaft.«
Sigrid Brinkmann ()
»Das sind die besonders spannenden Momente ...: Wenn sich die Texte von
Ernaux und Marie nahekommen, obwohl sie ja gar nicht wussten, was der andere über das
Foto schreibt.«
Julia Schoch ()
»Die Texte sind ... Zeugnisse einer fragilen Beziehung, die zum einen von Verliebtheit
und Begehren geprägt ist, zum anderen von Unsicherheit und Zweifeln.
Die 14 Fotos zeigen Intimes, ohne die involvierten Personen zu entblößen. ... Für die Betrachter sind sie Anregungen, zu überlegen, was passiert sein könnte, ohne voyeuristisch zu werden.
Annie Ernaux und Marc Marie schreiben radikal ehrlich – und bewahren sich gerade so ihre Würde und ihr Geheimnis.«
Herbert Schorn ()
»In Auf den Bildern übernimmt Ernaux die Kontrolle über die Erzählung von Krankheit und Tod und haucht ihr neues Leben ein.«
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»Ich verstand sehr schnell, warum Ernaux sich keine
ausschmückenden Worte leistet.Scham kann man nur entschärfen, indem man sie einfach schnurstracks demaskiert.«
Deborah Feldman ()