In einem roten Audi A6 macht sich der Held aus Österreich auf nach Deutschland, um Bundeskanzler zu werden. Er hält an Autobahnraststätten und Penny-Parkplätzen, gerät in linke und rechte Demos, parkt mal vor dem Bundestag, mal auf einem Zirkusplatz und landet im Verhörzimmer der Polizei. Auf den Etappen trifft er skurrile Gestalten, die von einer apokalyptischen Zukunft zeugen, Pfarrer und Rabbis, Gott und sein zorniges jüdisches Ebenbild G'tt, Bekannte aus der Politik wie Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. In rasanten Szenen und Dialogen, ständig getrieben vom roten Audi, der mit laufendem Motor wartet, erkundet er seine Identität, seinen Glauben und seine Sexualität, die er fortwährend in den Kontext der aktuellen politischen Verhältnisse setzt.
Yevgeniy Breygers erzählendes Langgedicht hallo niemand ist humorvolle Politsatire und zugleich ernsthafte Auseinandersetzung mit drängenden Fragen nach der Versehrtheit des Körpers und des Geistes in Zeiten von Krieg und totalitärer Realitätserzwingung. Die Stationen dieses Roadtrips fügen sich zu einem Panorama Deutschlands, und im Gegensatz zu Odysseus, der sich selbst Niemand nennt, um den Zyklopen zu überlisten, wird dem Helden dieser Reise der Name Niemand zugewiesen – ob er will oder nicht.
Yevgeniy Breyger
Yevgeniy Breyger, geboren 1989 in Charkiw, studierte an den Literaturinstituten Hildesheim und Leipzig sowie an der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Er ist als Übersetzer, Herausgeber, Kurator und Lektor tätig. Für seinen zuletzt erschienenen Gedichtband, Frieden ohne Krieg (2023, kookbooks), wurde er u. a. mit dem Christine Lavant Preis, dem Klopstock-Preis für neue Literatur und dem Literaturpreis der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Breyger lehrt am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, wo er auch lebt.
AfD Friedrich Merz Politsatire Rechtsextremismus Rechtsruck Ukraine-Krieg Populismus Putin Alice Weidel Frieden ohne Krieg Audi A6 Bachmann-Preis Bundeskanzler Deutschland Gregor Gysi
»[Der Text] zeugt von der Scharfzüngigkeit, mit der der
Dichter seiner Gegenwart begegnet.«
Björn Hayer ()
»hallo niemand liest sich streckenweise fantastisch, fast schon rauschartig, und durch und durch politisch.«
()
»Dass man hallo niemand nicht mehr aus der Hand legen will, ... liegt an den allenthalben aufblitzenden überraschenden Reimen und vor allem am so selbstverständlich fließenden Rhythmus ... [Eine] lyrische Komödie ersten Ranges.«
Cornelius Hell ()
»Satirisch, grotesk, wortspielerisch ist dieser Text, formuliert jedoch auch politische Visionen, vermag poetisch und im Zwischenmenschlichen sehr zärtlich zu sein. ... Hier spricht ein Dichter, der seine Kraft auch aus den Wurzeln der Tradition bezieht.«
Tomas Gärtner ()
»Eine wilde Odyssee kreuz und quer durch das Land. Ein Roadtrip, der keine Grenzen kennt. hallo niemand, das neue Buch von Yevgeniy Breyger ist Lyrik ohne Sicherheitsgurt.«
Frank Hertweck ()
»[Ein] Wortgewitter mit
messerscharfen
Widerhaken.«
Manfred Hitzeroth ()
»Das Langgedicht hallo niemand zeigt den aus der Ukraine gebürtigen Autor Yevgeniy Breyger auf der Höhe der Zeit. Poesie wird hier wieder politisch und dient als Mittel zur Kritik.«
Ronald Pohl ()
»Breyger bewegt sich so knapp am Tagesgeschehen lang, dass man die Reibungshitze spürt. ... [S]ein neuer Gedichtband hallo niemand [zaubert Lesern] ein nachhaltiges lyrisches Lächeln ins Gesicht.«
Wolfgang Popp ()
»Irre rasant und unbekümmert traurig dichtet Yevgeniy Breyger in seinem neuen Langgedicht über eine Reise in eine deutsche Welt, die keine Normalität mehr kennt.«
Samuel Hamen ()
»... gleichzeitig lustig und ernst, aber auch formal überzeugend.«
Carsten Otte ()
»Hier wird die Welt so verrückt dargestellt, wie sie ist.«
Janina Fleischer ()
»[Mit] umgangssprachlicher Verve ... [handelt Hallo Niemand von einem] lyrischen Ich, das sich wie von außen sieht und in ein wildes Roadmovie hineinphantasiert ...«
Tobias Lehmkuhl ()
»Ich habe in der Lyrik lange nichts mehr gelesen, das so wahrhaftig, glaubwürdig und unterhaltsam über unsere Gegenwart spricht, über unsere Weltverzweiflung, aber auch über unseren unbedingten Willen zur Weltrettung.«
Martina Hefter ()