Über die Absurditäten des Theateralltags
Jung ist sie, Dina, die Dramaturgin, die mit gerade einmal 30 Jahren eine der renommiertesten Stellen am serbischen Nationaltheater in Belgrad antritt, nämlich die Leitung der Sparte Schauspiel. Das Nationaltheater hingegen ist alles andere als jung und das ziemlich konservative kulturelle Aushängeschild eines oft noch ziemlich konservativen Landes. Was als Erfolgsgeschichte für Dina beginnt, wird zur fulminanten Mesalliance.
Nationaltheater verwebt ein Schicksalsjahr in der Biographie einer ambitionierten jungen Frau mit der Geschichte einer Institution. Beide eint die jüngere Vergangenheit, die von historischen Verwerfungen, dem Zerfall Jugoslawiens und Krieg geprägt ist. Und auch die Gegenwart hat es in sich: Der Theaterkosmos ist Biotop für allerlei bizarre Storys, die permanent von den Mitarbeitenden des Theaterkosmos produziert werden.
Ein Romandebüt voller Tempo und kluger Spielfreude, das mit analytischer Präzision und hinreißend dunklem Humor auslotet, wie es um die Relevanz von Institutionen, die Produktionsbedingungen von Kunst und das Theater als Lebensraum steht.
Tanja Šljivar
Tanja Šljivar, geboren 1988 in Banja Luka, studierte Dramaturgie in Belgrad und Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Ihre Theaterstücke wurden in zehn Sprachen übersetzt und in Bosnien, Kroatien, Serbien, Spanien, Deutschland, Österreich, Albanien und Polen aufgeführt. 2019 war Tanja Šljivar Schauspieldirektorin am Nationaltheater Belgrad. Nationaltheater ist ihr erster Roman.
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»[Šljivars Roman ist] eine erfrischende Entdeckung, die Schmerz in sonderbare Leichtigkeit verwandelt.«
Konrad Muschick ()
»Šljivar macht richtig gutes Theater.«
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»Wie eine durchgeknallte Mischung aus Franz Kafkas Das Schloss und Minihorror von Barbi Marković entführt einen Tanja Šljivars Roman debüt Nationaltheater in eine Theaterwelt zwischen Tradition und ungewisser Zukunft.«
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»Die altehrwürdige Kulturinstitution schafft sich ihre Subjekte, und so muss sich auch Dina bald als ›Kreatur im System des Theaters‹ wiedererkennen, was tragisch, aber dank Šljivar humorvoller Prosa höchst unterhaltsam ist.«
Leon Maack ()
»[W]as [Tanja Šljivar] ... mit ihrem ersten Roman aus dieser kurzen Zeit herausgeholt hat, ist grossartig.«
Silvia Süess ()
»[Mit Nationaltheater hat die] Leserin nicht nur ein köstliches Vergnügen, sondern wird auch an den Sprachwitz einer Elfriede Jelinek erinnert sowie an jene slawische Literaturtradition, die Realismus und Groteske vermengt.«
Aureliana Sorrento ()
»Tanja Šljivar weiß, wovon sie schreibt: Von 2019 bis 2020 war die serbische Dramaturgin und Dramatikerin tatsächlich Schauspieldirektorin ... Dennoch gerät ihr Romandebüt Nationaltheater nicht zum selbstbezüglichen Erfahrungsbericht, sondern zu einer klugen und oft bizarren Auseinandersetzung mit dieser so renommierten wie veralteten Institution. ... [Ihr] Stil besticht durch sarkastische Metaphern, die das Geschehen immer wieder ins Groteske wenden ...«
Sara Schausberger ()
»Tanja Šljivar zeichnet in ihrem sehr interessanten Erstling ein düsteres Bild von der Institution Theater, die eigentlich – so möchte man meinen – dazu beitragen sollte, dass die Gesellschaft offen, tolerant und kritisch bleibt, die aber hier mit aller Kraft an traditionellen Mustern, Rollen und Zuschreibungen festhalten möchte.«
Andreas Knabl ()
»[E]in kritisches und spannendes Stimmungsbild der aktuellen Lage [ins Kulturleben Serbiens].«
Eva Pfister ()