Weltweit fordern indigene Völker ihre Rechte ein, kämpfen gegen koloniale Ausbeutung sowie die Institutionen, Denkgewohnheiten, Theorien und Praktiken einer zunehmend fragwürdig gewordenen Moderne. Die Autor:innen der ontologischen Wende erkennen in diesen Auseinandersetzungen keinen bloßen Kampf der Kulturen, sondern einen »kosmopolitischen« Konflikt zwischen Welten, die ganz verschiedene Ontologien und Naturen beheimaten können. Über die Möglichkeit und den Sinn eines solchen »Pluriversums« ist in den letzten Jahrzehnten eine weit verzweigte internationale Debatte entstanden, in die der vorliegende Band einführt – mit Texten von u. a. Philippe Descola, David Graeber, Bruno Latour, Isabelle Stengers, Marilyn Strathern und Eduardo Viveiros de Castro.
Bernardo Bianchi
Bernardo Bianchi ist Philosoph und Politikwissenschaftler am Centre Marc Bloch in Berlin.
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»Die ontologische Wende öffnet den Gesellschaftsbegriff ... weit über das menschliche Maß hinaus, und das erweist sich nicht nur als symbolische Revolution ... Noch dazu reisen diese Texte buchstäblich um die ganze Welt – auch hier zeigt sich das Schöne in der zarten Empirie.«
Cord Riechelmann ()