Die Soziologie der Menschenregierungskünste beobachtet Gesellschaft als Arrangement von Selbst- und Fremdführungsstrategien. In seinem neuen Buch analysiert Ulrich Bröckling übergreifende Handlungsorientierungen wie Planung, Prävention und Resilienz, Verfahren der Konfliktbearbeitung, kommunikative Technologien, Programme der Kontraktpädagogik sowie Konzepte subtiler Verhaltenslenkung, wie sie etwa unter dem Label des »Nudging« propagiert werden. Auf Krisen sozialer Integration reagieren diese Methoden mit der Stärkung ihrer Selbststeuerungspotenziale. Statt auf Zwang oder Strafmaßnahmen setzen sie auf Kontextsteuerung und kybernetische Rückkopplungsschleifen.
Ulrich Bröckling
Ulrich Bröckling, geboren 1959, war bis 2025 Professor für Kultursoziologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuletzt gab er zusammen mit Susanne Krasmann und Thomas Lemke das Glossar der Gegenwart 2.0 (es 2843) heraus. 2020 erschien von ihm bei Suhrkamp Postheroische Helden. Ein Zeitbild.
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»Wer Bröcklings Aufsätze gelesen hat, wird die heute allzu leicht über die Lippen gehenden Plastikbegriffe künftig jedenfalls mit einem gewissen Zögern verwenden. Auch hinter jeder sofort einleuchtenden Form der Prävention lauert ein nicht ganz so unschuldiger Kontrollaspekt.«
Harry Nutt ()
» ... Über solche Fragen kann man also geteilter Meinung sein, kaum aber darüber, dass Bröcklings Texte vielfältige Perspektiven auf das Verhältnis von Selbst- und Fremdsteuerung in der Zeitgeschichte entwerfen, die es wert sind, historiographisch weiter verfolgt zu werden.«
Rüdiger Graf ()
»Aufgrund seiner Weitsicht, der Bandbreite der bearbeiteten Themen, der enormen Quellenlage der Beiträge und des formidablen Schreibstils kann dieses Buch nur empfohlen werden.«
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»In dieser Aufsatzsammlung steckt ein Gedankenreichtum, der einem hilft, vieles auf einmal zu verstehen.«
Franz Schuh ()
»[Bröcklings] Sammlung überarbeiteter Aufsätze führt Foucaults Ansatz [der Gouvernementalität] wortgewaltig, nüchtern und kreativ weiter.«
Reinhard Mehring ()
»Er legt den Finger in die Wunde der liberalökonomisch motivierten Gesellschaftsinnovationen, die oft in ihren Konsequenzen nur halb durchdacht sind. Die Lektüre des Buches macht nachdenklich ... Wer gerne komplex und kritisch denkt, ist bei diesem Buch richtig.«
Günther Mohr ()
»Die Themenvielfalt des Buches ist erstaunlich und sehr erfreulich. ... lehrreich für alle, die über ›Leitung‹ im weitesten Sinne nachdenken möchten.«
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»Das Lesen der inhaltsreichen und dichten Texte ist anregend und bisweilen amüsant. Die im Alltag oft verwendeten Stichworte bekommen Klarheit und Kraft, auch für eigenes Führungsverhalten. ... [Ein] witziges und ironisches, selbst kreatives und geistreiches Potpourri zu diesem heute so beliebten Schlagwort der Arbeitswelt.«
Stefan Kiechle ()