Warum haben wir die religiöse Sprache verloren? Was ist das Spezifikum religiöser Rede im Vergleich zur wissenschaftlichen Sprache? Das sind die Fragen, denen Bruno Latour in seinem wohl persönlichsten Buch nachgeht. Seine Antwort lautet: Dem religiös Suchenden geht es um die Treue zum Wort, die Genauigkeit der Wiederholung. Anders als der Wissenschaftler will er nicht entdecken, sondern wiederentdecken, nicht erfinden, sondern wiederfinden; er strebt nicht nach dem Neuen, sondern will erneuern. Hierin ähnelt er dem Liebenden, der mit jedem »Ich liebe dich« den Bund zu bekräftigen sucht. Wer die Möglichkeit oder Unmöglichkeit religiöser Rede heute verstehen möchte, muss bei ihrer Verwandtschaft zur Sprache der Liebe ansetzen. Das tut Latour in einer faszinierenden Mischung aus Analyse und Andacht.
Bruno Latour
Bruno Latour, geboren 1947 in Beaune, Burgund, Sohn einer Winzerfamilie. Studium der Philosophie und Anthropologie. Bruno Latour war Professor am Sciences Politiques Paris. Für sein umfangreiches Werk hat er zahlreiche Preise und Ehrungen erhalten, darunter den Siegfried Unseld Preis und den Holberg-Preis. Latour verstarb am 09. Oktober 2022 in Paris.
Analyse Frankreich Kirchenlieder Lobpreis Religion Sprache Holberg-Preis 2013 Jubiler ou les tourments de la parole religieuse deutsch Taschenbuch Kulturpreis der Münchener Universitätsgesellschaft 2010 Kyoto Prize 2021 STW 2186 STW2186 suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2186 Westeuropa