Während Horkheimer und Adorno an der Dialektik der Aufklärung schrieben, begannen sie mit Vorarbeiten zu einem heute vergessenen empirischen Großprojekt: Bereits 1944 untersuchte das Institut für Sozialforschung in enger Kooperation mit dem Jewish Labor Committee, wie sich der Weltkrieg und der Völkermord an den Juden Europas auf den amerikanischen Antisemitismus auswirkten. Diese Konfrontation mit der Gesellschaft ihres Exils veranlaßte die Protagonisten der Kritischen Theorie zu einer wesentlichen Veränderung ihrer Theoriebildung. Zieges Buch deckt das »missing link« zwischen der Dialektik der Aufklärung und The Authoritarian Personality auf. Es rekonstruiert die Exilarbeiten der Frankfurter Schule nicht nur im wissenschaftlichen, sondern auch im politischen Feld und macht sichtbar, inwiefern sich die »amerikanische Erfahrung« produktiv in ihren Werken niederschlug.
Eva-Maria Ziege
Eva-Maria Ziege ist Professorin für Politische Soziologie an der Universität Bayreuth. Bisher im Suhrkamp Verlag erschienen: Antisemitismus und Gesellschaftstheorie. Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil (stw 1913).
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