Die Nacht des Admirals ist ein Kolumbus-Roman als geistiges Abenteuer. Dabei so kenntnisreich, vielstimmig instrumentiert, weise in den tausend Formen des Scheiterns und leidenschaftlich engagiert, wo es um das uralte Dilemma zwischen Europa und Lateinamerika geht, daß seine Lektüre an kein Eroberungsjubiläum gebunden ist. Augusto Roa Bastos gilt als einer der großen Autoren des »Magischen Realismus«, geboren 1917 in Paraguay, und sein Kolumbus ist »ein egozentrischer Renaissance-Mensch, der sich von der Idee, die Westroute nach Indien gefunden zu haben, bis an sein Lebensende nicht abbringen läßt und also einen ganzen Kontinent durch einen anderen ersetzt.« Christoph Kühn, Tages-Anzeiger
Augusto Roa Bastos
Augusto Roa Bastos wurde 1917 in Iturbe, einem kleinen Dorf in Paraguay, geboren, in dem er auch seine Kindheit in nahem Kontakt zu der einheimischen Kultur der Guaraní verbrachte.
Nachdem er einige Theaterstücke verfaßt hatte, führte ihn sein Weg 1945 als Journalist nach Europa, wo er sich in England, Frankreich und Deutschland aufhielt und über das Ende des zweiten Weltkriegs und über das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal berichtete.
Zwischen 1947 und 1976 hielt er sich in Buenos Aires auf und folgte dann einem Ruf der Universität Toulouse, als sich in Argentinien die Militärdiktatur etablierte. In Frankreich lehrte er bis 1989 als Professor für lateinamerikanische Literatur und Guaraní.
Nach dem Sturz des Militärdiktators Alfredo Stroessner kehrte er in seine Heimat Paraguay zurück, wo er am 26. April 2005 in Asunción verstarb.
Von seinen zahlreichen Romanen ist der Diktatorenroman Ich der Allmächtige der bekannteste und bedeutendste dieses lateinamerikanischen Genres.
Augusto Roa Bastos gilt als einer der herausragendsten Vertreter der lateinamerikanischen Literatur. Neben zahlreichen anderen Preisen wurde er 1989 mit dem Premio Cervantes, dem bedeutendsten Literaturpreis der spanischsprachigen Welt, ausgezeichnet.
Belletristische Darstellung Colombo Cristoforo