In Brechts Mann ist Mann aus dem Jahr 1926 wird erprobt, ob man Menschen mitsamt ihrer Einstellungen beliebig formen kann. Der Arbeiter Galy Gay wird binnen einer Woche in eine gefühllose Kampfmaschine der britischen Kolonialarmee »ummontiert«. Keine zehn Jahre später geschah genau das im nationalsozialistischen Deutschland mit einer ganzen Gesellschaft.
Im Zuge der Eskalation des Rechtspopulismus zum Rechtsradikalismus und schließlich zu einem neuen Faschismus vollzieht sich vor unseren Augen etwas ganz Ähnliches. Akteure wie Trump und ihre medialen Verstärker bombardieren ihre Gefolgsleute mit einem Trommelfeuer von Skandalisierungen, Häme und Hass. Die ehemalige US-Heimatschutzministerin Kristi Noem zelebrierte einen Kult der Kälte, Björn Höcke träumt von »wohltemperierter Grausamkeit«. Um zu verstehen, wie diese Agitation die Anhängerschaft verändert, befasst Robert Misik sich mit sozialpsychologischen Einsichten von Freud, Adorno und Leo Löwenthal. Er ergänzt sie um hochaktuelle Forschungsergebnisse und zeigt, wie Menschen zur Bestialität erzogen werden können.
Robert Misik
Robert Misik, geboren 1966 in Wien, ist Journalist und politischer Schriftsteller. In der edition suhrkamp erschien zuletzt sein Essay Das große Beginnergefühl (es 2788).
Autoritarismus Faschismus Adorno Löwenthal Freud Nationalismus Parteien Radikalismus Rechtsextremismus Rechtspopulismus Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2019 edition suhrkamp 2842 Taschenbuch ES 2842 ES2842
»Erziehung zur Grausamkeit ist ein wichtiges und verstörendes Buch. Es zeigt, wie Grausamkeit politisch erlernt wird – und wie gefährlich es ist, wenn eine Gesellschaft beginnt, sie für normal zu halten.«
Günter Kaindlstorfer ()