Als Donald Trump zum ersten Mal Präsident wurde, ging ein Richard Rorty zugeschriebenes Zitat viral: Wenn die »kulturelle Linke«, so Rorty 1998, materielle Fragen weiterhin ignoriere, werde es einen Bruch geben – »something will crack«. »Ärmere Wähler« würden einen starken Mann an die Macht bringen, es drohe eine Rückkehr des Sadismus. So hellsichtig diese Prognose war, hat derFokus auf die »woken« Linken und die »Verlierer« in Debatten über Trump & Co. doch einen blinden Fleck erzeugt. Geht man davon aus, dass Politiker wie Trump, Tino Chrupalla oder der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš sich auch selbst wählen, kommt schließlich eine andere »Klassenfraktion« in den Blick: konservative Männer, die ihr eigenes Unternehmen leiten. Aus diesem Milieu stammen nicht nur Vorläufer wie Silvio Berlusconi und Christoph Blocher, sondern auch Unterstützer wie etwa Elon Musk oder Peter Thiel. Genau diese Gruppe der kleinen und großen politischen Unternehmer nehmen die Beiträge in diesem Band unter die Lupe. Verfolgt wird dabei testweise die These, dass der Rechtspopulismus nicht in erster Linie eine spontane Revolte »ärmerer Wähler« darstellt, sondern ein gezielt vorangetriebenes Projekt.
Thomas Biebricher
Thomas Biebricher ist Heisenberg-Professor für Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Im Suhrkamp Verlag erschienen Die politische Theorie des Neoliberalismus und Mitte/Rechts. Die internationale Krise des Konservatismus.
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»Ist die ›woke Linke‹ der Brandbeschleuniger des rechten Autoritarismus? Wissenschaftler liefern in [diesem] erhellenden Sammelband eine viel beunruhigendere Erklärung.«
Peter Laudenbach ()
»Dieser Sammelband leidet nicht unter dem Problem, unter dem sonst viele Sammelbände leiden. Die insgesamt sieben Beiträge passen zueinander. Obwohl sich die Ansätze erheblich unterscheiden, gibt es von der Einleitung bis zum Schlussaufsatz so etwas wie einen roten Faden. «
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»Sehr interessante und relevante Beiträge.«
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»Instruktive Essays rekonstruieren, wie zu Beginn der 1990er-Jahre in den USA in neoliberalen Thinktanks die These entwickelt wurde, dass
es eine Allianz aus reicher Anti-Staats-Revolte und
gesellschaftspolitisch konservativen, antiliberalen
Volksteilen brauche, wenn man Einfluss gewinnen
wolle.«
Robert Misik ()
»Welche Kräfte repräsentiert der Mann mit dem orangen Make-up wirklich? In der Flut an Publikationen, die diesem Rätsel nachzugehen versuchen, sind zwei neue Werke erschienen, die interessante Aufschlüsse geben. Das erste ist der Sammelband ›Oben rechts‹«
Daniel Binswanger ()
»Die Beiträge sind … glücklicherweise nicht so ›vulgärmarxistisch‹, wie manche Formulierungen vermuten lassen.«
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»Die Aufsätze zeigen uns, dass wir über diesen Rechtsruck noch einmal anders nachdenken müssen.«
Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt ()