Margarete Längsfeld
Feminin sind die politischen Fadenspulen, die Toni Morrisons fragmentierte Welt verknüpfen, die ihre zerbrochenen Figuren und deren gebrochenen Lebensläufe verweben, weich und biegsam, zu einem einzigen großen Gesamtkunstwerk, das in unserem Jahrhundert und in der angelsächsischen Literatur seinesgleichen sucht und vielleicht noch findet im literarischen Horizont eines Philipp Roth oder John Updike. (...) Leuchtende Texte, die Schwärze des weißen Verbrechens durchdringend, ein literarisches Paradies, der Hölle der Geschichte abgetrotzt. (...) Und wie keine andere Literatin führt Morrison, die Hochschulprofessorin, den trockenen Diskurs aus Academia um Sprache, Text, Geschlecht und Geschichte mit einer geradezu überschäumenden narrativen Phantasie direkt ans Leben, die Polemiken in die Differenzierung. Eine kleine Kreiselbewegung um einen Namen, ein unbedeutendes Wort, ein kurzer Satz, und schon fließt ihr, voll und reich, eine Geschichte aus der Feder, die andernorts Stoff für ganze Romanwerke ergäbe.
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Ein vehementes, sprachmächtiges Plädoyer der Nobelpreisträgerin (1993) für Toleranz.
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Toni Morrison, die schwarze Stimme Amerikas, hat vier Jahre nach dem Literatur-Nobelpreis ihren wohl bisher besten Roman vorgelegt.
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Die Romane dieser großen Epikerin sind Versuche, die Dämonen des schwarzen Amerika zu bannen (...), all dies ist für den deutschen Leser nicht auf Anhieb nachvollziehbar. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, begegnet in «Paradies» nicht nur der wichtigsten Stimme der schwarzen Literatur Amerikas, sondern einer der großen Stimmen der Weltliteratur.
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